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Jeder zehnte Zurich-Angestellte am Hauptsitz erhält die Kündigung

Beim Versicherer Zurich werden weltweit 670 Stellen abgebaut. Von den insgesamt 300 Kündigungen soll knapp die Hälfte auf den Hauptsitz in Zürich entfallen. Die Aktie notiert deutlich im Plus.

Weltweit rund 55'000 Arbeitsplätze: Zurich-Versicherer.
Weltweit rund 55'000 Arbeitsplätze: Zurich-Versicherer.

Der Versicherer Zurich verschickt insgesamt rund 300 Kündigungen. Davon entfällt etwas weniger als die Hälfte auf den Hauptsitz in Zürich mit seinen rund 1300 Beschäftigten. Für die Betroffenen gebe es einen Sozialplan, sagte Konzernchef Martin Senn. Insgesamt streicht der Konzern weltweit 670 Stellen.

Die restlichen Kündigungen würden in Grossbritannien, Irland, den USA und einigen weiteren Ländern ausgesprochen. 370 Stellen seien durch Nichtbesetzung, interne Wechsel und natürliche Fluktuation abgebaut worden, sagte Senn in einer Telefonkonferenz.

Restrukturierung kostet 520 Millionen Dollar

Zusätzlich zu den 670 Stellen sei auch die Zusammenarbeit mit 50 externen Mitarbeitern beendet worden. Weitere Entlassungen seien nicht mehr geplant. Die Verschlankung der Organisation sei jetzt grösstenteils abgeschlossen. Im März hatte der Konzern noch die Streichung von bis zu 800 Stellen angekündigt.

Der Jobabbau erfolgt im Rahmen einer grösser angelegten Übung der Zurich, ihre Organisationsstruktur und ihre Geschäftsabläufe zu vereinfachen. Der Konzern will damit bis Ende 2015 jährlich 250 Millionen Dollar einsparen. Hierbei liege man «voll im Plan», wie ein Konzernsprecher sagte.

Vom Abbau ist laut dem Sprecher die Ländergesellschaft Zurich Schweiz nicht betroffen. Insgesamt habe der Versicherungskonzern hierzulande mehr als 6000 Arbeitsplätze, die meisten davon in der Ländergesellschaft. Die abgebauten Arbeitsplätze betreffen vor allem die untere und mittlere Managementebene.

Die Restrukturierung koste 520 Millionen Dollar (in diesem Betrag sind auch Abschreiber auf das verkaufte Russland-Geschäft enthalten), sagte Finanzchef George Quinn. Die Kosten für den Stellenabbau allein beliefen sich auf unter 100 Millionen Dollar.

Kaum Auswirkungen durch Krisen

Die Sanktionen der EU und der USA gegen Russland wegen der Ukrainepolitik hätten keine materiellen Auswirkungen auf die Zurich, sagte Senn. Die Sanktionen beträfen derzeit staatlich kontrollierte Banken in Russland. «Bei solchen Banken haben wir nur ein sehr kleines Engagement.»

Genauso erwarte man keine signifikanten Auswirkungen der Turbulenzen in Argentinien, das von der Pleite gefährdet sei. Dort sei der Konzern vor allem in US-Dollar engagiert. Ebenfalls keine grossen Auswirkungen hätten die Pleite der portugiesischen Banco Espirito Santo und die jüngsten Flugzeugabstürze in der Ukraine und in Afrika.

Die Zurich konnte den Reingewinn im ersten Halbjahr 2014 um 14 Prozent auf 2,11 Milliarden Dollar steigern. Der Betriebsgewinn (Business Operating Profit), den der Versicherer als massgebliche Ertragszahl erachtet, legte um 15 Prozent auf 2,62 Milliarden zu. Die Zurich hat damit die Vorhersagen der Analysten in etwa erfüllt. Begünstigt wurde das Ergebnis unter anderem durch geringere Aufwendungen für Naturkatastrophen.

SDA/mrs

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