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Japan pumpt Milliarden in den Markt – Nikkei gibt deutlich nach

Die japanische Notenbank lässt nach dem schweren Erdbeben weitere Milliarden in den Markt einfliessen. Das Programm zum Wertpapierkauf werde um umgerechnet 44 Milliarden Euro 350 Milliarden Euro aufgestockt.

Die Börse in Tokio gab angesichts der verheerenden Naturkatastrophe vom Freitag deutlich nach. Der Nikkei-Index ging um 633,94 Punkte oder 6,2 Prozent auf 9.620,40 zurück. Besonders betroffen waren Aktien des Stromversorgers Tokyo Electric Power Co., die mehr als 23 Prozent nachgaben. Auch die Eisenbahngesellschaft East Japan Railway Co. musste einen Verlust von mehr als 18 Prozent hinnehmen. Die Aktien des Automobilherstellers Toyota fielen um 7,9 Prozent, nachdem das Unternehmen erklärt hatte, es werde die Produktion in den japanischen Werken bis Mittwoch aussetzen.

«Investoren verkaufen aggressiv, weil sie kein Risiko eingehen wollen», sagte der Berater Hiroshi Arano von Mizuho Asset Management. Man könne den Umfang des Ausverkaufs nicht absehen. Von den Kursrückgängen waren besonders Hersteller von Autos und Elektronik sowie Betreiber von Ölraffinerien betroffen.

Die japanische Notenbank gab zudem bekannt, dass sie nach dem schweren Erdbeben weitere Milliarden in den Markt pumpt. Das Programm zum Wertpapierkauf werde um fünf Billionen Yen (44 Milliarden Euro) auf 40 Billionen Yen (350 Milliarden Euro) aufgestockt, teilte die Bank am Montag mit. Gleichzeitig wurde beschlossen, die Leitzinsen bei praktisch null zu belassen.

Wirtschaft stark in Mitleidenschaft gezogen

Viele Unternehmen mussten wegen der Zerstörungen die Produktion in wichtigen Fabriken einstellen. So blieben alle Toyota-Werke in Japan am Montag geschlossen. Die Aktie gab um 7,9 Prozent nach. Toyota stellte seine gesamte Produktion in Japan vorerst bis Mittwoch ein. Die Produktion werde sich um 40'000 Autos verringern, teilte das Unternehmen am Montag mit. 38 Prozent der Fahrzeuge Toyotas werden in Japan produziert.

Honda-Papiere lagen ebenfalls mit 7,9 Prozent im Minus. Sony-Aktien gaben um 9,3 Prozent nach. Einige Titel wurden vom Handel ausgesetzt, darunter jene von Tepco, der Betreibergesellschaft des Atomkraftwerks Fukushima 1. Dort hatten sich nach dem Erdbeben zwei Explosionen in Reaktoren ereignet. Das schwere Erdbeben vom Freitag hatte die Infrastruktur im gesamten Land massiv in Mitleidenschaft gezogen.

Ölpreis ebenfalls unter Druck geraten

Unterdessen ist der Ölpreis am Montag angesichts der katastrophalen Lage in Japan auf unter 100 Dollar pro Barrel (Fass zu 159 Liter) gefallen. Der Preis für zur Lieferung im April anstehendem Rohöl betrug am Mittag in Singapur 99,53 Dollar, 1,63 Dollar weniger als am Freitag. Bereits da waren April-Kontrakte mit 101,16 Dollar pro Barrel 1,54 Dollar niedriger notiert worden. In London wurden mit 111,82 Dollar 1,54 Dollar weniger gezahlt.

Analysten erwarten, dass Japan wegen der Erdbebenfolgen weniger Öl verbraucht. Die drittgrösste Wirtschaft sei vorübergehend eingefroren, sagte Richard Soultanian von NUS Consulting. Ohne den japanischen Öldurst – die drittgrösste Wirtschaft ist der drittgrösste Rohölkonsument der Welt – dürfte es «eine bisher nicht gesehene Flaute auf den internationalen Ölmärkten geben».

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