Im August winkte er noch ab – jetzt ist er neuer Raiffeisen-Chef

Heinz Huber von der Thurgauer Kantonalbank übernimmt für Patrik Gisel.

Bislang Chef der Thurgauer Kantonalbank: Heinz Huber.

Bislang Chef der Thurgauer Kantonalbank: Heinz Huber.

(Bild: TKB)

Raiffeisen ist auf der Suche nach einem neuen Firmenchef fündig geworden. Heinz Huber, der derzeit die Thurgauer Kantonalbank leitet, übernimmt am 7. Januar 2019 die neue Aufgabe. Der 54-Jährige tritt damit die Nachfolge von Patrik Gisel an, der am 9. November per sofort zurückgetreten war.

Michael Auer, der bis dahin die operative Leitung von Raiffeisen Schweiz übernimmt, werde die Einarbeitung des neuen Vorsitzenden der Geschäftsleitung übernehmen und danach wie angekündigt aus der Organisation ausscheiden, teilte die Bank mit.

IT-Affinität

Noch im August hatte Huber der «Thurgauer Zeitung» gesagt: Ambitionen auf den Posten des CEO bei Raiffeisen Schweiz habe er nicht. Er bleibe der TKB treu. Das hat sich offenbar geändert.

Huber ist seit 2007 bei der Thurgauer Kantonalbank als Mitglied der Geschäftsleitung tätig. 2014 übernahm er das Amt des Vorsitzenden der Geschäftsleitung des Ostschweizer Staatsinstituts. Davor war der gelernte Bankfachmann in verschiedenen Führungspositionen in der Finanzbranche beschäftigt.

Er verfüge über grosse Erfahrungen im Kreditgeschäft und ein fundiertes Know-how im Hypothekar- und Firmenkundengeschäft, schreibt die Raiffeisen in einer Mitteilung. Zudem habe Huber eine grosse IT-Affinität: Huber war vor seiner Tätigkeit bei der Thurgauer Kantonalbank Mitglied der Geschäftsleitung eines global tätigen IT-Unternehmens und Mitgründer sowie Geschäftsführer eines KMU im Bereich Informationsmanagement. Davor hielt er Stabs- und Führungsfunktionen im Bereich Recovery bei der Credit Suisse, sowie jahrelang verschiedene Positionen bei der UBS.

Loslösung von der Ära Vincenz

«Wir freuen uns, dass wir mit Heinz Huber eine erfahrene Führungsperson als neuen Vorsitzenden der Geschäftsleitung gewinnen konnten», lässt sich Guy Lachappelle, Verwaltungsratspräsident von Raiffeisen Schweiz zitieren. «Sein unternehmerisches Denken und seine Umsetzungsstärke haben den Verwaltungsrat überzeugt».

Mit dem neuen CEO und einem erneuerten Verwaltungsrat setzt Raiffeisen seine Loslösung von der Zeit des umstrittenen CEO Pierin Vincenz fort. Die Raiffeisen-Delegiertenversammlung hatte am 10. November mit Guy Lachappelle, dem vormaligen Chef der Basler Kantonalbank, einen neuen Verwaltungsratspräsidenten gewählt.

Beziehung zu Verwaltungsrätin

Gisel musste vorletzte Woche wegen des Vorwurfs eines Interessenkonflikts zurücktreten. Ihm war eine Beziehung zu der ehemaligen Raiffeisen-Verwaltungsrätin Laurence de la Serna vorgehalten worden. Er selbst hatte allerdings betont, dass die Beziehung erst nach deren Ausscheiden aus dem Gremium entstanden sei.

De la Serna war bis zum 16. Juni Verwaltungsrätin bei Raiffeisen und somit Mitglied des Gremiums, das Gisel kontrollieren musste und über seinen Verbleib an der Bankenspitze entscheiden konnte.

cfr/sda

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