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Holcim macht weniger Umsatz

Mit den Zahlen des vergangenen Jahres hat Holcim die Erwartungen der Finanzgemeinde – ausser beim Reingewinn – verfehlt.

Rückschlag vor der Fusion: Ein Mann geht an einem Holcim-Logo vorbei. (29. April 2014)
Rückschlag vor der Fusion: Ein Mann geht an einem Holcim-Logo vorbei. (29. April 2014)
Keystone

Vor der Hochzeit mit der französischen Konkurrentin Lafarge hat Holcim einen Rückgang von Umsatz und operativem Gewinn hinnehmen müssen. Hierbei schlagen die Fusionskosten zu Buche. Der Reingewinn stieg dagegen markant, weil ein Anteil an einem Unternehmen verkauft wurde.

Der Umsatz ging im ersten Quartal um 2,8 Prozent auf 3,972 Milliarden Franken zurück, wie Holcim in einem Communiqué mitteilte. Fortschritte in Nordamerika hätten die Umsatzrückgänge nicht kompensieren können, sagte Konzernchef Bernard Fontana in einer Telefonkonferenz. Die Franken-Stärke kostete 90 Millionen Franken Umsatz.

Der operative Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) ermässigte sich um 3,9 Prozent auf 593 Millionen Franken. Schuld seien Fusionskosten für die Hochzeit mit Lafarge in Höhe von 44 Millionen Franken und die schlechteren operativen Ergebnisse in Europa, Afrika und Nahen Osten. Ohne die Fusionskosten wäre der betriebliche Ebitda um 3,3 Prozent gestiegen. Der Konzern konnte die Zementpreise erhöhen.

Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 378 Millionen Franken nach 179 Millionen Franken im Vorjahr. Damit konnte der grösste Zementkonzern der Welt sein Ergebnis mehr als verdoppeln. Hauptgrund dafür ist der Verkauf eines Anteils von 27,5 Prozent an Siam City Cement in Thailand, der einen Vorsteuergewinn von 371 Millionen Franken in die Kasse spülte, wie Fontana sagte.

Mit den Zahlen hat Holcim die Erwartungen der Finanzgemeinde ausser beim Reingewinn verfehlt. Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP im Durchschnitt mit einem Umsatz von 4,021 Milliarden Franken und einem betrieblichen Ebitda von 615 Millionen Franken gerechnet. Beim Reingewinn hatten sie indes lediglich 341 Millionen Franken geschätzt. An der schwächeren Schweizer Börse stieg die Aktie um 0,1 Prozent.

Zementverkäufe gesunken

Insgesamt sei die Investitionstätigkeit in den Industrie- und Schwellenländern in den ersten drei Monaten schwach gewesen. Nach dem wegen des milden Winters aussergewöhnlich starken ersten Quartal 2014 sanken die Zementlieferungen um 5,5 Prozent, da mit Ausnahme von Nordamerika und Lateinamerika alle Regionen geringere Volumen absetzten.

Für das Gesamtjahr rechnet Holcim mit steigenden Zementvolumen in allen Regionen mit Ausnahme von Europa. Auch die Volumen bei Zuschlagsstoffen und Transportbeton sollten zunehmen. Insgesamt erwartet Holcim ohne Lafarge einen Betriebsgewinn von 2,7 Milliarden bis 2,9 Milliarden Franken.

Chancen für Fusion gestiegen

Der Konzern sieht sich in guter Verfassung und gut aufgestellt für den geplanten Zusammenschluss mit Lafarge, wie es im Communiqué weiter heisst. Die Holcim-Aktionäre werden am 8. Mai an einer ausserordentlichen Generalversammlung ihr Votum zur Fusion abgeben, wobei zwei Drittel der Eigner für den Zusammenschluss stimmen müssen.

Die Chancen dafür sind nun deutlich gestiegen. Denn der zweitgrösste Aktionär Eurocement sagte nach längerem Zögern dem Vorhaben am (gestrigen) Mittwoch seine Unterstützung zu.

Eurocement, die 10,82 Prozent an Holcim hält, hatte sich mit ihren Absichten bisher bedeckt gehalten. Mit der Unterstützung der Gesellschaft sowie dem grössten Aktionär, Thomas Schmidheiny, der 20,11 Prozent besitzt, sind die Chancen nun hoch, dass die Holcim-Aktionäre die Transaktion durchwinken werden.

«Eurocement hat realisiert, dass die Fusion im Sinne aller Anspruchsgruppen ist», sagte Holcim-Finanzchef Thomas Aebischer. Noch vor der ausserordentlichen GV werde die Zustimmung der Behörden in den USA und Kanada erwartet, sagte Fontana. Die Kosten für die Fusion mit Lafarge werden für das Gesamtjahr auf 130 Millionen bis 150 Millionen Franken veranschlagt.

Was Fontana nach der Fusion macht, blieb offen. Eine Frage zu seinen Zukunftsplänen ignorierte er an der Telefonkonferenz. Im Führungsteam des gemeinsamen Konzerns ist er nicht vorgesehen.

Von Währungsgewinnen profitiert

Konkurrentin Lafarge hat derweil im ersten Quartal von Währungsgewinnen profitiert. Der Umsatz kletterte um 6 Prozent auf 2,779 Milliarden Euro. Ohne Währungsgewinne in Höhe von 214 Millionen Euro wäre der Umsatz um 1 Prozent gesunken.

Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) kletterte gar um 17 Prozent auf 403 Millionen Euro. Hier hätten Kosteneinsparungen und Innovationen geholfen, teilte Lafarge in einem Communiqué mit.

Unter dem Strich fuhr der nach Holcim zweitgrösste Zementkonzern der Welt einen Verlust von 96 Millionen Euro ein. Das ist eine Verbesserung von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahresverlust von 135 Millionen Euro. Welcher Zementkonzern jetzt im ersten Quartal besser abgeschnitten habe, darüber gingen die Meinungen von Analysten auseinander.

SDA/rar

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