Google entlässt 48 Mitarbeiter wegen sexuellen Fehlverhaltens

Google macht keine Angaben zu Verdacht gegen Android-Schöpfer Andy Rubin. Der Mutterkonzern Alphabet hat den Gewinn im Sommerquartal kräftig erhöht.

Geständnisse für die Öffentlichkeit: Das Google-Hauptquartier im kalifornischen Mountain View. (Archiv)

Geständnisse für die Öffentlichkeit: Das Google-Hauptquartier im kalifornischen Mountain View. (Archiv)

(Bild: Keystone FILE - This July 19, 2016 file photo shows the Google logo at the company's headquarters in Mountain View, Calif. Google says it will start charging smartphone makers to pre-install apps like Gmail, YouTube and Google Maps on Android handsets sold in Euro)

Der Internetkonzern Google feuerte nach eigenen Angaben in den vergangenen zwei Jahren insgesamt 48 Mitarbeiter wegen Vorwürfen der sexuellen Drangsalierung. Unter ihnen seien 13 leitende Angestellte gewesen, teilte Unternehmenschef Sundar Pichai in einer am Donnerstag an die Nachrichtenagentur AFP weitergeleiteten Botschaft an die Google-Belegschaft mit.

Keine Angaben machte er zum Schöpfer der Android-Software, Andy Rubin, der im Jahr 2014 aus dem Unternehmen ausgeschieden war. Die «New York Times» hatte kurz zuvor berichtet, Rubin habe den Konzern wegen des Verdachts des sexuellen Fehlverhaltens verlassen müssen. Dennoch sei für ihn ein Abfindungspaket in Höhe von 90 Millionen US-Dollar geschnürt worden. Die letzte Rate der Abfindung stehe im November an.

Zu den angeblich gegen Rubin erhobenen Übergriffsvorwürfen hatte die Konzernleitung bei dessen Ausscheiden nichts gesagt. In den vergangenen Jahren habe Google die Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens noch gegen zwei weitere leitende Angestellte unter den Teppich gekehrt, berichtete die «New York Times».

Pichai versicherte, sein Unternehmen verfolge gegen sexuelle Übergriffe «eine immer härtere Linie». Die Namen der wegen solcher Vorwürfe entlassenen Mitarbeiter nannte er nicht. Pichai bestritt aber, dass sie Abfindungen erhalten hätten. Ende des letzten Jahres arbeiteten weltweit über 80'000 Angestellte für Google.

Gute Geschäftszahlen

Googles Mutterkonzern Alphabet hat den Gewinn im Sommerquartal dank hoher Werbeeinnahmen und niedrigerer Steuern kräftig erhöht. In den drei Monaten bis Ende September kletterte der Überschuss im Jahresvergleich von 6,7 Milliarden auf 9,2 Milliarden Dollar.

Dies teilte der Internetgigant am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit. Die Erlöse stiegen um 21 Prozent auf 33,7 Milliarden Dollar. An der Wall Street war jedoch mit mehr gerechnet worden – die Aktien fielen nachbörslich daher um über drei Prozent.

Alphabets Quartalsbilanz profitierte erneut vom boomenden Geschäft mit Internetanzeigen, das ein rund 20-prozentiges Erlösplus erzielte und mit knapp 29 Milliarden Dollar den Grossteil der Einnahmen beisteuerte. In den restlichen Sparten nahm der Umsatz um 43 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar zu.

«Unser Geschäft bleibt weltweit stark in Form», kommentierte Finanzchefin Ruth Porat die Zahlen. Zudem spielte dem Konzern die Steuersenkung der US-Regierung in die Karten. Die effektive Steuerquote ging von 16 auf lediglich 9 Prozent zurück.

fal/chk/AFP/sda

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