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Globus verkleinert Kindersortiment

Das Warenhaus Globus will sich radikal erneuern. Die Migros-Tochter entrümpelt wegen sinkender Umsätze das Sortiment und bietet zum Beispiel in Bern viel weniger Spielwaren an.

Die Globus-Filiale in Bern wird im Frühling umgebaut und erneuert.
Die Globus-Filiale in Bern wird im Frühling umgebaut und erneuert.
Andreas Blatter

Der Kampf um die Kunden wird härter. Warenhäuser müssen sich heute immer schneller erneuern und den Kunden im Laden einen Mehrwert bieten, welchen der Onlinekunde zu Hause nicht hat. Die Migros-Tochter Globus liegt hier im Hintertreffen. Der schrumpfende Umsatz liess in der Migros-Chefetage die Alarmglocken läuten.

Globus-Chef Thomas Herbert will deshalb massiv in den Onlinekanal investieren und die Filialen neu gestalten. In diesem Frühling wird das Warenhaus in der Stadt Bern umgebaut und teilweise erneuert. «Wir werden beispielsweise die Kinderabteilung auf eine andere Fläche ver­legen», sagt Globus-Sprecherin Marcela Palek. Zum heutigen Zeitpunkt könne sie keine Details kommunizieren, da man mitten in der Planungsphase sei.

Bereits jetzt ist allerdings im Globus Bern im vierten Stock gut sichtbar, dass Änderungen an­stehen: Es hat praktisch keine Spielwaren mehr. Zuletzt waren sie mit einem Rabatt von 70 Prozent erhältlich. «In Zukunft bieten wir im Globus Bern nur noch ein kleineres Spielwarensortiment», erklärt Palek.

Kunden reklamieren

Laut dem Verkaufspersonal hätte die Kinderabteilung in der Stadt Bern ursprünglich ganz schliessen sollen. Man sei dann aber wieder vom Entscheid weggekommen. Ausschlaggebend seien Reaktionen der Kunden in Luzern und Genf gewesen. Dort wurden die Kinderabteilungen geschlossen. Zu diesen Aussagen wollte Palek nicht Stellung nehmen. Sie bestätigte aber: «In Luzern und Genf gibt es anstelle der bisherigen Kinderabteilung eine grosse Schuh- und Accessoiresabteilung. Zudem wurde die Parfümerie vergrössert.»

Auch in der Globus-Filiale an der Bahnhofstrasse in Zürich steht ein Umbau an. Er ist frühestens für das Jahr 2018 geplant. Zur Modernisierung gehört, dass zum Beispiel nicht mehr ver­packte Bettwarentextilien in verschiedenen Grössen und Farben bereitliegen, sondern einzelne Stoffproben. Auf Grossbildschirmen zeigt dann das Verkaufs­personal den Kunden die Onlineauswahl. So soll es mehr Platz geben in den Warenhäusern. «Den Einkauf auf der Fläche wollen wir mehr zelebrieren. Es gibt mehr Luft», sagt Palek. Das Einkaufen soll noch mehr zu einem Erlebnis werden.

Digitaler Showroom

Das Stichwort lautet «digitaler Showroom». Damit ist die Inszenierung der Fläche mit Flachbildschirmen gemeint und der Möglichkeit, im Geschäft online einzukaufen. «Falls dieses neue Konzept bei Kunden gut ankommt, will man es auch auf andere Filialen ausdehnen», sagt Palek. Zurzeit läuft die architektonische Planung.

Der letzte grosse Umbau im Globus an der Zürcher Bahnhof­strasse liegt erst zwölf Jahre zurück: Beispielsweise wurden die sechs oberirdischen Etagen erneuert und auch die Rolltreppen und die Klimaanlagen ersetzt. Es war der radikalste Umbau seit der Eröffnung des Warenhauses im Jahr 1967. Auch das Globus-Warenhaus in Bern wurde erst 2008 umfangreich erneuert.

Doch die Konkurrenz hat sich stark verschärft. Neben dem Onlinehandel leidet Globus unter dem Einkaufstourismus. Der Umsatz tauchte im vergangenen Jahr um 5,4 Prozent auf 879 Millionen Franken. Ein Teil der Einbusse geht auf Ladenschliessungen zurück. Flächenbereinigt sank der Umsatz um 2,1 Prozent.

Fakt bleibt: Globus passt die Strategie an. Es geht im Kern darum, die digitale Welt stärker in die Warenhäuser zu tragen und die Gastronomie zu stärken. Aber auch im Internet will das Warenhaus aufrüsten: Um gegen die Konkurrenz aus dem Ausland bestehen zu können, lanciert die Migros-Tochter im ersten Quartal 2017 den Onlineshop neu.

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