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Gerüchte um mögliche Thiam-Nachfolger

Auch wenn die Credit Suisse dementiert, dass es diese Woche zum Abgang von Tidjane Thiam kommt: Namen von möglichen Erben machen die Runde.

Die Credit Suisse dementiert die Pläne zur Absetzung von Tidjane Thiams. Diese Woche findet aber eine brisante Sitzung statt. Foto: Keystone
Die Credit Suisse dementiert die Pläne zur Absetzung von Tidjane Thiams. Diese Woche findet aber eine brisante Sitzung statt. Foto: Keystone

Wie bei einem Krimi fiebern die Mitarbeiter der Credit Suisse (CS) einer Sitzung ihres Verwaltungsrats diese Woche entgegen. Die Frage steht im Raum: Wird ­CS-Chef Tidjane Thiam nach ­monatelangen Skandalen gehen müssen?

Seit zwei Wochen erzählen Bankinsider, dass CS-Präsident Rohner nach einer Nachfolge­lösung für den angeschossenen Thiam suche. Nachdem die Nachrichtenagentur Bloomberg dies letzte Woche publik gemacht hatte, dementierte die CS umgehend. Doch hinter vorgehaltener Hand bleiben die Insider dabei, dass Namen herumgeboten werden. Zuoberst auf der Liste möglicher Thiam-Nachfolger stehen angeblich Schweiz-Chef Thomas Gottstein und Asset-Management-Chef Eric Varvel. Die Rede ist gar von einer Doppelspitze.

Sucht CS-Präsident Urs Rohner nach einem Nachfolger für Tidjane Thiam? Foto: Keystone
Sucht CS-Präsident Urs Rohner nach einem Nachfolger für Tidjane Thiam? Foto: Keystone

Gottstein ist seit Jahren bei der Credit Suisse. Er stieg 1999 ins Investmentbanking der Bank ein und arbeitete sich über die Jahre weiter nach oben. Der 55-Jährige ist Chef von rund 12'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Noch länger dabei ist Eric ­Varvel. Bereits 1990 stiess er zur Credit Suisse. Im vergangenen November wurde er zum Chairman von Investmentbanking & Capital Markets ernannt. Zusätzlich hat er weitere wichtige Funktionen inne, etwa als USA-Präsident der Credit Suisse. Entsprechend mächtig ist er bereits heute innerhalb der Grossbank.

Es ist offen, ob das alles nur gezielt gestreute Gerüchte sind oder ob es tatsächlich zu einer Personaldebatte kommt diese Woche. Fakt ist, dass die Verwaltungsräte der Credit Suisse inzwischen unter erheblichem Druck stehen.

Beschattung und Entlassung

Das hat vor allem mit der Auseinandersetzung zwischen ­Tidjane Thiam und Iqbal Khan zu tun. Seit Monaten tauchen immer wieder neue Details zur Beschattung des ehemaligen CS-Spitzenmanagers Khan auf, der mittlerweile zur Konkurrentin UBS gewechselt hat.

Denn nicht nur er wurde beschattet, sondern auch der ehemalige Personalchef Peter Goerke. Die Folge: Thiams langjähriger Begleiter und Stabschef Pierre-Oliver Bouée wurde fristlos entlassen.

Nun meldet die «SonntagsZeitung» weitere Details zum Vorgehen der Sicherheitsabteilung der Grossbank (zum Bericht). Offenbar wurde die Umweltschutzorganisation Greenpeace infiltriert. Man schaffte es, auf einem entscheidenden Verteiler zu landen: Über diesen Kanal soll sich die Credit Suisse über bevorstehende Aktionen der Umweltaktivisten informiert haben.

Fakt ist, dass die Verwaltungsräte der Credit Suisse inzwischen unter erheblichem Druck stehen.

Der Hintergrund war eine Störung der Generalversammlung der Bank im Jahr 2017. Damals entrollten Greenpeace-Aktivisten ein Banner mit der Aufschrift «Stop Dirty Pipeline Deals». Dies bezog sich auf ein umstrittenes Pipeline-Projekt in den USA. Die CS dementiert, dass man an der Finanzierung der 2017 eröffneten Pipeline beteiligt war.

Welche Vorteile der Einblick in die Planung von Greenpeace hatte, beschrieben Insider der «SonntagsZeitung». So sollen vor betroffenen Filialen kurzerhand Baustellen mit Absperrungen aufgebaut worden sein. Zudem wurden laut den Insidern Sicherheitsleute für die Baustellen ­abgestellt. So konnte Greenpeace auf Distanz gehalten werden. Die Credit Suisse äussert sich nicht dazu. «Die Bank macht grundsätzlich keine Angaben zu ­Sicherheitsfragen», sagte ein Sprecher zur «SonntagsZeitung».

Bei Greenpeace wusste man offenbar nichts vom stillen Mitwisser namens Credit Suisse. «Wir gehen dem Hinweis nach und können zum momentanen Zeitpunkt noch keine näheren ­Angaben machen», wird eine Sprecherin der Umweltschutzorganisation zitiert.

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