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GE Money Bank wagt den Sprung an die Schweizer Börse

Das Kreditunternehmen plant die Loslösung vom US-Mischkonzern General Electric. Bevor der Börsengang bekannt wurde, gab es Gerüchte um einen Verkauf.

Übernahmekandidat für die UBS? Ehemaliger Hauptsitz der GE Money Bank im deutschen Hannover.
Übernahmekandidat für die UBS? Ehemaliger Hauptsitz der GE Money Bank im deutschen Hannover.
Keystone

Die Konsumkreditinstitut GE Money Bank plant noch in diesem Jahr den Gang an die Schweizer Börse. Gleichzeitig wird sie in Cembra Money Bank unbenannt. Der US-Mischkonzern General Electric hatte offensichtlich vergeblich versucht, die Bank zu verkaufen.

Zwar sollen alle Aktien der Bank an der Börse kotiert werden, eine wesentliche Minderheitsbeteiligung soll aber vorerst bei General Electric respektive dessen Tochter GE Capital bleiben, wie es in einer Mitteilung hiess.

GE-Money-Bank-Chef Robert Oudmayer wollte an einer Telefonkonferenz noch keine Angaben zu den erwarteten Erlösen aus dem Börsengang machen. Er bezeichnete sein Institut als profitables, gut geführtes Unternehmen mit einem soliden Kundenstamm.

Der geplante Börsengang sei die beste Option für das Unternehmen, so Oudmayer, der sich nicht zu den Gerüchten über mögliche Kaufinteressenten äussern wollte. Die GE Money Bank soll nämlich von General Electric verschiedenen Schweizer Instituten zum Kauf angeboten worden sein.

Als Interessenten gehandelt wurden etwa die UBS und die Aduno-Gruppe, ein Gemeinschaftsunternehmen der Kantonalbanken, der Raiffeisen Gruppe sowie zahlreicher Regionalbanken.

Geschäftsmodell hochrentabel

Stefan Rüesch, Bankenexperte von Comparis, erklärte denn auch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, dass GE schon seit längerem vergeblich einen Käufer gesucht habe. Die Lösung durch einen Börsengang habe sich deshalb abgezeichnet.

Wenn die GE bei einer Bank oder einer Bankengruppe gelandet wäre, wäre unter Umständen das Geschäftsmodell der GE Money Bank mit hohen Zinsen, der Annahme von hohen Risiken und einem gleichzeitig sehr professionellen Management der Risiken eventuell aus Imagegründen auf den Prüfstand gestellt worden. Laut Rüesch ist das Geschäftsmodell von GE Money Bank hochrentabel und deshalb auch sehr interessant.

Die zu General Electric gehörende GE Capital war 1997 mit der Übernahme der Bank Aufina und dem Kauf der Bank Prokredit im Jahr 1998 in den Schweizer Markt eingestiegen. 2006 war das Konsumkreditgeschäft von GE unter der Marke GE Money Bank zusammengeführt worden.

Führende Stellung auf Schweizer Markt

Die GE Money Bank bezeichnet sich selbst als eine führende Schweizer Konsumkreditanbieterin. Laut dem Comparis-Bankenexperten verfügt GE Money Bank auf dem Schweizer Konsumkreditmarkt basierend auf Zahlen von 2011 über einen Marktanteil von 36 Prozent.

Dahinter folgen die CS-Tochter Bank-Now mit 28 Prozent, die Migrosbank mit 15 Prozent und die zu Aduno gehörende Cashgate mit 10 Prozent. Veränderungen der Marktanteile zu Ungunsten von GE in den letzten zwei Jahren in einem insgesamt rückläufigen Markt seien allerdings durchaus möglich, sagt Rüesch.

Die GE Money Bank erzielte 2012 nach eigenen Angaben einen Reingewinn von 133 Millionen Franken. Per Ende Juni hatte sie über 4 Milliarden Franken an Kunden ausgeliehen. Die Bank beschäftigt rund 700 Vollzeitangestellte und betreut etwa 618'000 Kunden.

Die Konsumkreditanbieterin mit Hauptsitz in Zürich betreibt ihr Geschäft in der Schweiz über ein nationales Netz von 25 Filialen sowie über alternative Vertriebskanäle wie Internet, Kreditkartenpartner, unabhängige Vertreter und über 3200 Autohändler. Unter anderem gibt sie für die Migros auch die Cumulus-Kreditkarten heraus.

SDA/mrs

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