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Frankenstärke stimmt Schweizer Finanzchefs pessimistisch

Die Mehrheit rechnet mit sinkenden Einnahmen. Ihre europäischen Kollegen schauen wesentlich optimistischer in die Zukunft.

Düstere Aussichten: Schweizer Finanzchefs befürchten weniger Umsatz und tiefere Margen (19. März 2015).
Düstere Aussichten: Schweizer Finanzchefs befürchten weniger Umsatz und tiefere Margen (19. März 2015).
Gaetan Bally, Keystone

Schweizer Finanzchefs sind für die finanziellen Aussichten ihrer Unternehmen weniger optimistisch als ihre europäischen Kollegen. Unter 14 berücksichtigten Ländern ist die Zuversicht in der Schweiz am geringsten.

Nur knapp ein Drittel rechnet mit einer stabilen finanziellen Situation des Unternehmens und nur einzelne sind optimistischer als drei Monate zuvor. 65 Prozent sind pessimistischer geworden. Zu diesem Schluss kommt eine Studieder Beratungsfirma Deloitte. Befragt wurden 1300 Finanzchefs.

Gefragt nach der Ertrags- und Margensituation rechnen zwei von drei Finanzchefs (CFO's) in der Schweiz mit sinkenden Umsätzen und 83 Prozent mit geringeren Margen.

Frankenstärke als grösstes Risiko

Als grösstes Risiko betrachten die Schweizer Finanzchefs den starken Franken, wie eine frühere Deloitte-Umfrage ergab. Ende April sahen 71 Prozent der Befragten die Frankenstärke als «wesentliches Risiko» für ihr Unternehmen. Knapp dahinter folgten geopolitische Risiken (70 Prozent) und die zunehmende Regulierung in der Schweiz (63 Prozent).

Frankenstärke dominiert: Risiken für die Unternehmen in den nächsten 12 Monaten. (Bild: Screenshot deloitte.com)
Frankenstärke dominiert: Risiken für die Unternehmen in den nächsten 12 Monaten. (Bild: Screenshot deloitte.com)

Als Gegenmassnahmen wollen rund sechs von zehn Finanzchefs die Kosten senken oder tiefere Lieferantenpreise erzielen. Knapp ein Fünftel zieht auch Entlassungen in Betracht (19 Prozent) oder will die Arbeitspensen der Angestellten erhöhen (17 Prozent).

Europäische Kollegen sind optimistischer

Einiges besser gelaunt zeigen sich die europäischen Kollegen in der jüngsten Deloitte-Umfrage. Am zuversichtlichsten sind die Spanier. 71 Prozent der Finanzchefs gaben an, insgesamt optimistischer zu sein als noch vor drei Monaten. 77 Prozent rechnen mit steigenden Umsätzen und knapp die Hälfte auch mit höheren Margen. Die Spanier rechnen auch weitaus weniger mit negativen externen Einflüssen als die Schweizer oder die Deutschen.

Wie optimistisch sind die Finanzchefs im Vergleich zu vor drei Monaten? (Bild: Screenshot deloitte.com).
Wie optimistisch sind die Finanzchefs im Vergleich zu vor drei Monaten? (Bild: Screenshot deloitte.com).

Dabei ist die wirtschaftliche Situation in der Schweiz und in Deutschland stabiler als etwa in Spanien. «Eine Erklärung dafür könnte sein, dass man auf hohem Niveau mehr verlieren kann», sagt Michael Grampp, Chefökonom bei Deloitte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Zu den optimistischsten Finanzchefs gehören nach den Spaniern auch die Niederländer und die Finnen. Allgemein herrscht in Ländern der Eurozone mehr Optimismus als bei Nichtmitgliedern.

Bemerkenswert ist, dass 40 Prozent der Meinung sind, dass die Verringerung der Mitgliedstaaten in der Eurozone wachstumsfördernd sein würde (32 Prozent in den Ländern der Eurozone, 55 Prozent ausserhalb, 58 Prozent in der Schweiz). 8 Prozent sind für die Auflösung des Euro (3 Prozent in Ländern der Eurozone, 17 Prozent ausserhalb und 11 Prozent in der Schweiz).

SDA/hvw

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