Ex-Raiffeisen-Präsident nimmt an der HSG eine Auszeit

Trotz heftiger Vorwürfe gegen den Ex-VR seitens der Finma bleibt Johannes Rüegg-Stürm Professor an der Uni St. Gallen. Eine Pause legt er aber ein.

Rüegg-Stürm: Er nimmt sich ein Forschungsfreisemester.

Rüegg-Stürm: Er nimmt sich ein Forschungsfreisemester.

(Bild: Keystone)

Es sind heftige Vorwürfe, die die Finma in ihrem Bericht gegenüber dem Raiffeisen-Verwaltungsrat erhebt. Das Gremium habe den ehemaligen Geschäftsführer Pierin Vincenz quasi unbehelligt geschäften lassen, heisst es in dem Papier, das am vergangenen Donnerstag veröffentlicht wurde.

Und bei der Bank zog man Konsequenzen. Johannes ­Rüegg-Stürm trat im März als VR-Präsident der Bank zurück. In der Folge kamen Fragen auf, was aus seiner Tätigkeit als Professor an der Uni St. Gallen wird, die er weiterhin ausübte. Denn: Der 57-Jährige ist im Hauptberuf Dozent an der Universität St. Gallen und Leiter des Instituts für Systemisches Management und Public Governance. Und ausgerechnet bei der Corporate Governance hat die Finma schwere Mängel festgestellt.

Forschungssemester geplant

Nun ist klar: Rüegg-Stürm bleibt an der HSG – zumindest ein bisschen. «Die Leitung der Universität St.Gallen nimmt die von der Finma vorgelegte öffentliche Zusammenfassung des Untersuchungsberichts und die damit verbundenen Vorwürfe gegen den ehemaligen Verwaltungsrat der Raiffeisen Schweiz zur Kenntnis», heisst es von der Uni St. Gallen nur trocken. Die Tätigkeiten der Dozierenden in Forschung und Lehre an der HSG würden regelmässig überprüft, und Rüegg-Stürm sei seinen Verpflichtungen jederzeit nachgekommen.

Ein Rücktritt von seiner Tätigkeit an der HSG erfolgt also nicht. Dennoch wird der Ex-Raiffeisen-VR ab Herbst erst einmal nicht mehr an der Uni lehren. «Professor Rüegg-Stürm hat sich entschieden, ab Herbst 2018 das von ihm aufgrund seines bisherigen Mandats bei Raiffeisen Schweiz bislang aufgeschobene Forschungsfreisemester zu beziehen», so die Uni. Er werde daher nicht in der Lehre tätig sein.

laf

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