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Euro fällt auf tiefsten Stand seit viereinhalb Jahren

Der Kauf von Staatsanleihen durch die EZB ist nur noch eine Frage der Zeit. Die kurz bevorstehenden Massnahmen haben den Euro heute Morgen weiter geschwächt.

Der Euro ist zu Beginn des neuen Jahres auf den tiefsten Stand seit viereinhalb Jahren gefallen. Parallel dazu ist der Dollar gegenüber dem Franken erstmals wieder über die Schwelle von 1 Franken geklettert.

Die Aussicht auf ein weiteres Öffnen der Geldschleusen durch die Europäische Zentralbank (EZB) habe die Gemeinschaftswährung belastet, hiess es aus dem Handel. Am Morgen rutschte der Euro auf 1,2035 US-Dollar und erreichte damit den tiefsten Stand seit Juni 2010.

Im Laufe des letzten Jahres hatte die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar knapp 12 Prozent ihres Wertes eingebüsst. Da die Schweizerische Nationalbank zum Franken einen Euro-Mindestkurs festgelegt hat, ist der Dollar entsprechend auch gegenüber dem Franken stärker geworden.

Heute erreichten die beiden Währungen wieder die Parität. Am Nachmittag notierte der Dollar zeitweise bei 1,0010 und damit auf dem höchsten Stand seit November 2010. Noch im März war ein Dollar weniger wert als 88 Rappen.

«Das Risiko ist höher als vor sechs Monaten»

Die Abschwächung des Euro wurde insbesondere durch Äusserungen von EZB-Chef Mario Draghi in einem Interview des «Handelsblatts» noch verstärkt. Draghi bekräftigte noch einmal die Bereitschaft zu weiteren Massnahmen der Notenbank im Kampf gegen eine zu niedrige Inflation. «Das Risiko, dass wir unser Mandat der Preisstabilität nicht erfüllen, ist höher als vor sechs Monaten», sagte er.

Die EZB sei deshalb in technischen Vorbereitungen für weitere Massnahmen. Nach Einschätzung von Experten ist der Kauf von Staatsanleihen durch die EZB dabei nur noch eine Frage der Zeit. Während die Eurozone damit auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik zusteuert, verfolgt die US-Notenbank Fed seit geraumer Zeit eine Straffung.

Die Aussicht auf eine erste Zinserhöhung in den USA nach der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise beflügelt den Dollar und setzt den Euro im Gegenzug immer stärker unter Verkaufsdruck.

SDA/bru

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