Erste Firmen beantragen Kurzarbeit

Die Voraussetzungen für Kurzarbeit müssten möglichst schnell gelockert werden, fordern Wirtschaftskreise. Bei den kantonalen Arbeitsämtern gingen schon erste Anfragen ein.

Unter Druck: Mitarbeiter einer Maschinenbaufirma im Kanton Glarus.

Unter Druck: Mitarbeiter einer Maschinenbaufirma im Kanton Glarus.

(Bild: Keystone)

Der starke Franken und die seine möglichen Folgen haben Schweizer Betriebe in Alarmstimmung versetzt. «Die meisten Unternehmen haben in den letzten Tagen über einen Einstellungsstopp nachgedacht, und viele haben ihn bereits verhängt», sagt Swissmem-Präsident Hans Hess gegenüber der «Sonntagszeitung». Bei anderen Firmen steht bereits der zweite Schritt auf der Agenda: Kurzarbeit.

Kantonale Arbeitsämter in Zürich, St. Gallen und Graubünden melden, dass erste Unternehmen Informationen zur Kurzarbeit einholen. Peter Spuhler, Chef von Stadler Rail, bezeichnet Kurzarbeit gegenüber der «Sonntagszeitung» als bewährte Massnahme in Krisenzeiten. In Bern und Schaffhausen liegen Gesuche vor, in denen die Frankenstärke als Grund für den Umsatzeinbruch genannt wird.

Brisantes Engagement von Christa Markwalder

Wirtschaftskreise verlangen nun eine Lockerung der Voraussetzungen für Kurzarbeit. Als der Franken 2011 massiv gestiegen war, legte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) fest, dass vorübergehend auch die Frankenstärke zur Kurzarbeitsentschädigung berechtigt. Nun fordern Arbeitgeber die Rückkehr zur Ausnahmeregelung. Roland Müller, Direktor des Arbeitgeberverbands, sagt: «Das Seco muss möglichst schnell für Klarheit sorgen, damit die Unternehmen wissen, woran sie sind.» Unterstützung erhält er von Andreas Rickenbacher, Präsident der kantonalen Volkswirtschaftsdirektoren. «Man muss in den nächsten Wochen oder Monaten ernsthaft ins Auge fassen, Kurzarbeit aufgrund von Währungsproblemen zuzulassen.»

Während Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann an die Unternehmen appelliert, von Auslagerungen ins Ausland abzusehen, bietet der Swiss German Club genau dazu Hand: Die Organisation hilft laut der «Sonntagszeitung» nach dem Währungsschock Schweizer Unternehmen bei der Auslagerung von Jobs nach Deutschland. Brisant: Präsidentin des Swiss German Club ist FDP-Nationalrätin Christa Markwalder. Sie hat vom Vorgehen der Organisation nach eigenen Angaben nichts gewusst und kritisiert dieses als «politisch unsensibel».

fko

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