Zum Hauptinhalt springen

Eine zweite Billig-Tochter für Lufthansa

Eine zusätzliche Billigairline sowie besseres Catering und Premium-Check-In bei der Hauptmarke: Wie die deutsche Swiss-Mutter Lufthansa gegen die Konkurrenz der Discount-Airlines ankämpft.

Bekommt bald eine zweite Airline zur Seite gestellt: ein Flugzeug der Lufthansa-Billig-Marke Germanwings. (Archivbild: Keystone)
Bekommt bald eine zweite Airline zur Seite gestellt: ein Flugzeug der Lufthansa-Billig-Marke Germanwings. (Archivbild: Keystone)
Martin Meissner, Keystone

Mit einem grösseren Angebot an Billigfliegern will sich die Fluggesellschaft Lufthansa dem zunehmenden Konkurrenzdruck durch Golf-Airlines und Billig-Airlines entgegenstellen. Der Konzern plane, sein Konzept, das er bei der Billig-Tochter Germanwings eingeführt habe, zu erweitern, «in eine Wings-Familie», sagte Vorstandschef Carsten Spohr in Seeheim.

Dazu solle die Tochtergesellschaft Eurowings ab dem kommenden Frühjahr in Europa zu einem zweiten Billig-Anbieter neben Germanwings werden, der Europa-Flüge anbieten soll. Gleichzeitig solle die Germanwings-Flotte bis Frühjahr 2015 von derzeit 23 auf 60 Flugzeuge anwachsen.

Billigmarke für Langstreckenflüge

Als erste europäische Airline wolle die Lufthansa ab Ende 2015 zudem eine neue Billigmarke für Langstreckenflüge initiieren, kündigte Spohr an. Ein Name für die neue Marke stehe noch nicht fest. Starten sollten die Flieger dieser Billig-Langstrecken-Linie «eher in München oder Nordrhein-Westfalen anstatt in Frankfurt, wo wir schon ein grosses Angebot haben», sagte Spohr.

Die Lufthansa-Marke selbst wolle derweil ihren Service verbessern und zu einer Fünf-Sterne-Airline werden. Das beinhalte etwa ein besseres Catering in der Business-Klasse, einen verbesserten Premium-Check-In an den Flughäfen in Frankfurt am Main und München oder einen persönlichen Service an Bord. Mit dem breiteren Billig-Konzept und dem besseren Luxus der Haupt-Marke will der Konzern auf der Langstrecke den staatlichen Golf-Airlines Paroli bieten und auf den kürzeren Strecken günstigen Anbietern wie Ryanair oder Easyjet entgegentreten.

Spohr präsentierte die neuen Pläne keine zwei Monate nach seinem Amtsantritt als Vorstandschef. Unter seinem Vorgänger Christoph Franz hatte der Konzern im Jahr 2012 den grössten Umbau der Konzerngeschichte begonnen. An dem über 3000 Einzelpunkte umfassenden Sparprogramm «Score» halte der Konzern auch weiter fest, sagte Spohr. Unter anderem übernahm Germanwings in diesem Zuge von Lufthansa schrittweise die europäischen Direktflüge abseits der Drehkreuze Frankfurt und München. In der Verwaltung fallen zudem 3500 Stellen weg. Lufthansa Italia wurde geschlossen.

AFP/thu

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch