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Ein Schwede wird neuer Orange-Chef

Orange Schweiz bekommt einen neuen Chef. Der 39-jährige Johan Andsjö übernimmt ab Oktober den Posten von Thomas Sieber. Dieser will sich als Präsident des Verwaltungsrats vermehrt strategischen Aufgaben widmen.

Orange präsentiert ein erfreuliches Halbjahres-Ergebnis 2012: Der neue Chef des Telekommunikationanbieters, Johan Andsjö.
Orange präsentiert ein erfreuliches Halbjahres-Ergebnis 2012: Der neue Chef des Telekommunikationanbieters, Johan Andsjö.

Ein halbes Jahr nach dem Besitzerwechsel kommt es bei Orange Schweiz zum grossen Stühlerücken in der Chefetage. Geschäftsführer Thomas Sieber gibt auf 1. Oktober sein Amt ab und wird neuer Verwaltungsratspräsident. Sein Nachfolger wird Johan Andsjö, der derzeit noch Chef des spanischen Mobilfunkanbieters Yoigo ist.

Sieber war 2009 mit dem Auftrag angetreten, als Chef von Orange Schweiz nachhaltiges Wachstum zu erzielen, wie das Unternehmen am Mittwoch in einem Communiqué bekannt gab. Die damalige Orange- Besitzerin France Telecom hatte geplant gehabt, die Nummer Drei im Schweizer Mobilfunk mit Konkurrentin Sunrise zusammenzulegen. Mit vereinten Kräften wollte die kombinierte Orange/Sunrise Branchenprimus Swisscom Paroli bieten.

Die Heirat scheiterte jedoch am Veto der Eidgenössischen Wettbewerbskommission (Weko), die den Deal vor zwei Jahren verboten hatte. Danach beschloss France Telecom den Rückzug aus der Schweiz und verkaufte die hiesige Orange Ende Februar für rund 2 Milliarden Fr. an die britische Beteiligungsgesellschaft Apax.

Entscheid für Wechsel

«Nach der intensiven strategischen Arbeit während der Verkaufsphase entschied ich mich, die operative Führung abzugeben, um mich künftig auf die strategische Weiterentwicklung von Orange Schweiz zu konzentrieren», schreibt Sieber nun im Communiqué. Nun habe das Unternehmen in Johan Andsjö den richtigen Nachfolger gefunden.

Andsjö bringe unter anderem als Chef von Yoigo einen grossen Erfahrungsschatz in der Telekombranche mit. Seit 2006 leitet er die Geschäfte des spanischen Mobilfunkanbieters. Zuvor war der 39- jährige Schwede jahrelang für den skandinavischen Telekomkonzern TeliaSonera in verschiedenen Managementfunktionen tätig.

Sieber will als neuer Verwaltungsratspräsident zusammen mit Andsjö alles daran setzen, die Marktposition von Orange in der Schweiz weiter auszubauen, wie er erklärte.

Weitere Wechsel

Sieber ist nicht der einzige Wechsel im Topmanagement: Auch Finanzchef Philippe Chevalier und Netzchef Gabriel Flichy werden ihre Posten räumen, wie Sprecherin Therese Wenger auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte.

Zudem geht auch Verkaufskanalverantwortlicher Sebastian Prange aus persönlichen Gründen, während der Posten des Kundenbindungsverantwortlichen Sébastien Kulling gestrichen wird.

Die Stelle des Personalchefs, die heute Markus Bütler interimistisch einnehme, sei ab nächster Woche neu besetzt, sagte Wenger. Damit wird die Hälfte des Top-Managements von Orange Schweiz neu bestellt.

Wachstum erst in letzten Monaten

Das gesteckte Wachstumsziel hat Orange in der Ära Sieber nicht erreicht. Die Vorbereitungen auf die Hochzeit mit Sunrise hatten den Mobilfunkanbieter gebremst. Der Umsatz schrumpfte weiter.

Erst seit Juni 2011 begann die Neuausrichtung zu greifen, die Sieber nach dem Verbot der Übernahme von Sunrise eingeleitet hatte. Seither hat Orange auf den Wachstumspfad zurückgefunden.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres stieg der Gesamtumsatz um 4,8 Prozent auf 623 Millionen Franken. Der bereinigte Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) legte um ein Fünftel auf 180 Millionen Fr. zu.

Nicht eingerechnet sind dabei Restrukturierungs- und Transaktionskosten im Zusammenhang mit dem Verkauf an Apax sowie Kosten für die Benutzung der Marke Orange und der Gewinn aus dem Immobilienverkauf in Biel. Mit diesen Effekten stieg der Ebitda um knapp 30 Prozent auf 173,7 Millionen Franken.

Auch die Kundenzahl wuchs deutlich. Seit Anfang Januar habe Orange Schweiz rund 41'700 neue Kunden gewonnen. Insgesamt stieg der Bestand auf 1,65 Millionen Kunden.

Damit sei Orange Schweiz im vierten Quartal in Folge beachtlich gewachsen, teilte Sieber mit: «Damit bestätigen wir erneut, dass wir mit der eingeschlagenen Strategie das richtige Fundament für ein konstant solides Wachstum geschaffen haben.»

SDA/wid

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