Ein Abgang, eine Geldspritze und ein neuer Partner

Die Berner Fluggesellschaft Skywork will auch im nächsten Jahr fliegen. Dazu gibt es einen neuen Chef, neue Investoren und eine neue Partnerfirma aus Deutschland.

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Stefan Schnyder@schnyderlopez

Sein Namensschild fehlte. Die Skywork-Spitze trat gestern im Airport-Hotel am Flughafen Bern-Belp ohne Tomislav Lang vor die Medien. Er war bis vorgestern der Chef der Airline. Gestern übernahm das Geschäftsleitungsmitglied Rolf Hartleb den Chefposten. Die Skywork-Spitze betonte, dass Lang aus freien Stücken als CEO zurückgetreten sei und seine Anteile an Skywork verkauft habe. Lang besass offenbar mehr als ein Drittel der Skywork-Aktien. Lang habe – so die Skywork-Spitze weiter – mit dem Verkauf seiner Anteile den Weg frei gemacht für eine Partnerschaft mit dem deutschen Flugunternehmen MHS Aviation. Das ist die offizielle Version.

Langs Fehlerliste

Es ist jedoch wahrscheinlich, dass der Verwaltungsrat zum Schluss gekommen ist, dass Lang sich zu viele Fehler geleistet hat. So hat er das Streckennetz zu rasch ausgebaut – auf 26 Destinationen in diesem Sommer. Durch seine impulsive Art und sein ungeschicktes Vorgehen bei der Investorensuche hatte zudem sein Ansehen in Berner Wirtschaftskreisen gelitten. Und schliesslich hatte er es zu verantworten, dass die Skywork-Tochterfirma Aaretal Reisen Mitte September aus dem Garantiefonds der Reisebranche ausgeschlossen wurde.

Skywork-Präsident und Investor Sébastien Mérillat betonte zwar gestern, dass dieser Vorfall nicht zu Langs Abgang geführt habe. Aber Lang hat damit seine Position sicher nicht gestärkt.

Rätselraten um Geldspritze

Die Skywork-Spitze vermeldete zudem, dass sie bei ihrer Investorensuche in Berner Wirtschaftskreisen fündig geworden ist. Über die Höhe der Geldspritze schwiegen sie sich aus. Auch den oder die Namen der neuen Geldgeber verrieten sie gestern nicht. Skywork-Präsident Sébastien Mérillat sagte, dass weder er noch der frühere Skywork-Investor Daniel Borer nochmals Geld investiert hätten.

Schliesslich gab Skywork eine Partnerschaft mit dem deutschen Flugunternehmen MHS Aviation bekannt. Dieses setzt seine 13 Helikopter und Flugzeuge vor allem für Businessflüge ein. Die beiden Firmen haben sich wechselseitig aneinander beteiligt. Sie erhoffen sich Einsparungen bei der Wartung und dem Einkauf. MHS-Besitzer Gerd Brandecker kennt das Geschäft ab Belp. Seine mittlerweile eingestellte Fluggesellschaft Cirrus flog 2010 und 2011 für die Lufthansa die Strecke Bern–München.

Berner Zeitung

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