Dieses Start-up gewinnt aus heisser Luft Energie

Die Industrie produziert enorme Mengen an Abwärme. Das Lausanner Start-up Osmoblue will daraus Strom erzeugen.

Quelle: youtube.com

Mirjam Comtesse

Die Abwärme, die Industriebetriebe weltweit freisetzen, würde dafür genügen, alle Häuser in den USA und in Europa mit Energie zu versorgen. Das hält das Lausanner Jungunternehmen Osmoblue fest. Zwar nutzt man die heisse Luft teilweise schon heute dazu, Gebäude in der nahen Umgebung von Fabriken zu heizen oder Strom zu erzeugen. Doch bislang ist dies nur bei Temperaturen über 100 Grad Celsius in effizienter Form möglich. Industrieöfen geben weit niedrigere Temperaturen ab, ebenso die Papier- oder Zementindustrie.

Hier setzt Osmoblue an. Das Start-up nutzt das natürliche Phänomen der Osmose zwischen zwei Flüssigkeiten mit unterschiedlichen Konzentrationen dazu, um Energie aus Abwärme zu gewinnen. Das innovative Verfahren haben die Biotechnologinnen Elodie Dahan und Anna Laromaine erfunden. Es funktioniert bereits ab einer Wärme von 30 Grad. Zudem ist das System ein geschlossener Kreislauf – die Flüssigkeiten werden nach der Osmose wieder in die ursprünglichen Lösungen getrennt und können wiederverwertet werden.

2013 gründeten Elodie Dahan und Anna Laromaine zusammen mit dem Chemiker Brian Hutchison und dem Elektrotechniker Nicolas Abelé das Start-up Osmoblue. Es ist ein Ableger der ETH Lausanne. Ihre Idee stösst auf breites Interesse. 2014 hat das Start-up einen Venture-Kick-Förderpreis von 130000 Franken gewonnen. Mit dem Geld will das Osmoblue-Team einen Prototypen kreieren und ein Pilot-Osmosekraftwerk realisieren.

Berner Zeitung

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