Die Zeit für die Rückkehr in die Gewinnzone bleibt knapp

Wirtschaftsredaktor Julian Witschi über die Kapitalerhöhung bei Meyer Burger.

Es geht weiter: Die knapp 400 Mitarbeiter von Meyer Burger in Thun können aufatmen.

Es geht weiter: Die knapp 400 Mitarbeiter von Meyer Burger in Thun können aufatmen. Bild: Patric Spahni

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Die Rettung von Meyer Burger ist ein schönes Weihnachtsgeschenk für die Mitarbeitenden des krisengeschüttelten Unternehmens, für die Region Thun und die Berner Wirtschaft. Es wäre jammerschade gewesen, wenn der technologisch wohl führende Ausrüster der Solarindustrie hätte in Konkurs gehen müssen. Dies just in einer Phase, in der nach jahrelanger Misere die Auftragsbücher wieder voller sind.

Die Aktionäre beweisen viel Vertrauen und Verantwortungsbewusstsein für die Zukunft der Firma, nachdem sie in den vergangenen Jahren wegen des Kurssturzes fast alles verloren haben und wegen der tiefroten Unternehmensergebnisse keine Dividenden mehr geflossen sind. Fast alle neuen Aktien haben einen Käufer gefunden.

Allerdings war die Alternative ein Totalverlust. Und der Bezugspreis für die neuen Aktien ist mit 36 Rappen relativ tief. ­Zudem kommen jetzt jene vier Investmentfirmen, welche verschmähte Aktien hätten kaufen wollen, auf diesem Weg nicht zu grossem Einfluss im Unternehmen. Allerdings zeichnet sich auch nicht ab, dass Meyer Burger einen stabilen Ankeraktionär mit unternehmerischer Perspektive erhält.

Die Sanierung ist nun geglückt, nachdem in den letzten Wochen bereits die Banken Kredite verlängert und die Gläubiger einer Wandelobligation einer Frist­erstreckung zugestimmt haben. Den Erlös der Kapitalerhöhung von 164,5 Millionen Franken braucht Meyer Burger aber zum grossen Teil, um alte Schulden zu bezahlen. Die Kapitaldecke wird danach wenig grösser sein.

Der neue Chef Hans Brändle muss deshalb Meyer Burger schnell aus den roten Zahlen führen. Die tiefere Schuldenlast hilft dabei. Zudem läuft ein weiterer Stellenabbau, und Brändle geniesst den Ruf eines Sanierers. Sein Nachteil ist, dass ihn die eminent wichtigen Kunden von Meyer Burger in China nicht kennen. Der Erfolg der Firma hängt stark davon ab, wie schnell er diese Kontakte knüpfen kann. (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.12.2016, 20:51 Uhr

Julian Witschi, Wirtschaftsredaktor
julian.witschi@bernerzeitung.ch

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