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Die SNB investiert in McDonald’s und Wrestling

Die Nationalbank gibt sich bedeckt, wenn es um ihre Aktienbeteiligungen geht. Doch nun zeigt eine Liste der US-Börsenaufsicht, in welche amerikanischen Firmen die SNB das Volksvermögen investiert.

Investiert faktisch wie ein Staatsfonds: Nationalbank auf dem Bundesplatz in Bern.
Investiert faktisch wie ein Staatsfonds: Nationalbank auf dem Bundesplatz in Bern.
Keystone
Firma: Apple  Wert der SNB-Beteiligung: 485 Mio. USD
Firma: Apple Wert der SNB-Beteiligung: 485 Mio. USD
Keystone
Firma: Merck  Wert der SNB-Beteiligung: 161 Mio. USD
Firma: Merck Wert der SNB-Beteiligung: 161 Mio. USD
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Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat weltweit 70 Milliarden Franken in Aktien von mehreren Tausend Firmen angelegt. Doch wo genau sie investiert, hält sie geheim. Die US-Börsenaufsicht SEC macht den Schweizer Währungshütern einen Strich durch die Rechnung: Auf ihrer Website hat sie eine Liste veröffentlicht, die aufzeigt, in welchen rund 2500 Firmen in Nordamerika Schweizer Volksvermögen liegt. Das berichtet die Zeitung «Zentralschweiz am Sonntag» in ihrer heutigen Ausgabe.

Die Offenheit der SEC liegt im US-Börsengesetz begründet: Demnach sind institutionelle Investoren zur Offenlegung ihrer Engagements verpflichtet, wenn sie mehr als 100 Millionen Dollar in Firmen investieren, die an den US-Börsen gehandelt werden. Die SNB deklarierte ihre Beteiligungen das letzte Mal am 29. Oktober 2013: Sie lieferte der SEC eine Liste mit 2482 Firmen. Diese umfasst zahlreiche bekannte Konzerne. Zu den grössten Konzernen, an denen sich die SNB beteiligt, gehören unter anderem General Electric, Exxon Mobil, AT&T, Walmart, Chevron, Pfizer und Johnson & Johnson. Die Branchen sind breit und reichen von Nahrungsmittelherstellern wie McDonald’s und Coca-Cola bis zu Technologie- und Internetfirmen wie Apple, Microsoft, Google, Facebook und Yahoo.

Rüstungskonzerne, aber keine Banken

Zum SNB-Portfolio gehören auch die Rüstungskonzerne Lockheed Martin, Boeing und General Dynamics. Im Bereich der Medien hält die Nationalbank Aktien am Murdoch-Konzern News Corp sowie an den Herausgebern von «New York Times» und «Washington Post». Im Finanzsektor sind es die Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard. Banken dagegen wurden von der SNB bewusst ausgeschlossen, um Interessenkonflikte zu vermeiden, wie sie gegenüber der «Zentralschweiz am Sonntag» erläutert.

Neben diesen bekannten Firmen investiert die SNB auch in hierzulande kaum bekannte – und mitunter exotischere – Unternehmen: Unter den SNB-Anlagen findet sich etwa die Firma World Wrestling Entertainment, die Schaukämpfe vermarktet. Oder die Boyd Gaming Corporation, die zu den führenden Casino-Unternehmen der USA gehört. Am Schnäppchenportal Groupon ist die SNB ebenfalls beteiligt.

Nur ausländische Firmen

Gegenüber der Zeitung hält die Nationalbank fest: «Die Aktienportfolios dienen ausschliesslich der langfristigen Optimierung des Rendite-Risiko-Profils der Währungsreserven. Sie werden passiv bewirtschaftet, indem eine Kombination verschiedener Indizes abgebildet wird.»

Die SNB selbst hält sich nach wie vor bedeckt, was ihre Firmenbeteiligungen betrifft: Ausgewiesen wird nur, dass ihr die Orell Füssli Holding zu einem Drittel gehört. Die Grundsätze der Anlagepolitik sehen vor, dass die Währungshüter nur Aktien von ausländischen Firmen erwerben.

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