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«Die Schweiz steckt zu sehr in der Defensive»

Lieber spät als nie: Die Schweizer Börsenbetreiberin SIX Group unternimmt einen neuen Versuch, die Akteure des Schweizer Finanzplatzes in den aktuellen Steuerkonflikten zu einen.

Auf der Suche nach einer kohärenten Strategie: SIX-Konzernchef Urs Rüegsegger (r.), hier in einer Archivaufnahme.
Auf der Suche nach einer kohärenten Strategie: SIX-Konzernchef Urs Rüegsegger (r.), hier in einer Archivaufnahme.
Keystone

Bis im Frühherbst will SIX-Konzernchef Urs Rüegsegger die Forderungen der Börsen-Branche an Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf in einem sogenannten Masterplan bündeln.

Der Schweizer Finanzplatz brauche dringend eine kohärente Strategie, sagte Rüegsegger in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». «Die Schweiz steckt zu sehr in der Defensive», kritisierte er. Die Politik und die Verwaltung hätten das Zepter übernommen, ohne dass die Akteure des Finanzplatzes die Strategie mitbestimmen könnten.

Plan B bei deutschem Nein

Dies will der Börsen-Chef ändern. Unter der Leitung des «neutralen Akteurs» SIX Group solle sich die Finanzbranche zusammenraufen und dem Bundesrat «Inputs liefern». Zu den dringendsten Fragen zählt Rüegsegger folgende: «Was unternehmen wir, wenn die deutsche Länderkammer die Abgeltungssteuer abschmettert?»

Die Finanzplatzstrategie Widmer-Schlumpfs, die im Herbst erwartet wird, müsse «klare Positionen zu den zentralen Fragen» liefern. Dazu zählt der Börsen-Chef auch den «Schutz der Privatsphäre für Bankkunden» oder «wie wir Steuerfragen lösen». Die Finanzministerin müsse weiter klären, «wie weit wir uns dazu verpflichten, vom Schwarzgeld Abstand zu nehmen».

Der stattfindende Umbruch am Schweizer Finanzplatz beeinträchtige auch die Börsenbetreiberin SIX Group, sagte Rüegsegger. Die Zahl der Handelstransaktionen sei im Vergleich zum Jahr 2007, also im Vorfeld zur Finanzkrise, um rund 40 Prozent gesunken.

SDA/rub

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