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Die Schweiz ist weltweit der verschwiegenste Finanzplatz

Die Schweiz bleibe «der grösste Bremsklotz bei den Bestrebungen um mehr Transparenz», schreibt das Tax Justice Network – und setzt uns wieder auf den «Spitzenplatz» beim Schattenfinanzindex.

«Die Schweiz behandelt nicht alle gleich»: Ein Mann läuft bei der Anzeige von Wechselkursen vorbei. (Archivbild)
«Die Schweiz behandelt nicht alle gleich»: Ein Mann läuft bei der Anzeige von Wechselkursen vorbei. (Archivbild)
Reuters

Die Schweiz ist trotz Fortschritten der verschwiegenste Finanzplatz weltweit. Das geht aus dem Schattenfinanzindex des Tax Justice Network (TJN) hervor, das dieses am Donnerstag veröffentlicht hat. Damit belegt die Schweiz wie bereits 2011 den «Spitzenplatz» auf der Rangliste des Netzwerkes Steuergerechtigkeit.

«Obwohl es beim Bankgeheimnis einige Zugeständnisse – insbesondere an die USA – gab, verbessern diese Änderungen den Grad an Geheimhaltung nur geringfügig», schreibt das TJN. Die Schweiz bleibe «einer der grössten Bremsklötze bei den internationalen Bestrebungen um mehr Transparenz».

Die Schweiz habe zwar viele bilaterale Verträge für einen «Informationsaustausch auf Anfrage unterzeichnet, dabei aber im Gegenzug «oft schmerzhafte Konzessionen von den Vertragspartnern verlangt».

Die Schweiz behandelt nicht alle gleich

Der TJN kritisierte auch die Ungleichbehandlung verschiedener Staaten durch die Schweiz. Während sich für die USA das Bankgeheimnis langsam lüfte, stünden Entwicklungsländer weiter vor verschlossenen Türen, wenn sie die Schweiz wegen Schwarzgeldern anfragten.

Auffallend sei, dass die Schweiz immer nur dann zu Konzessionen bereit sei, wenn nicht sie selbst, sondern direkt ihre Banken angegriffen würden. Die USA mache es vor, schreibt das Netzwerk, das sich von NGO aus aller Welt unterstützt wird.

Positiv wurde vermerkt, dass die Schweiz die multilaterale Konvention des Europäischen Rats und der OECD über die gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen unterzeichnet habe. Ratifiziere die Schweiz die Konvention, «würde sich der Geheimhaltungswert der Schweiz verbessern».

Grossbritannien «versteckte Nummer eins»

Auf Platz zwei des TJN-Schattenfinanzindexes landete Luxemburg. Das Grossherzogtum sei die grosse Unbekannte der Schattenfinanzwelt. «Mit einem giftigen Cocktail aus Geheimhaltung, Steuerschlupflöchern und schwacher Finanzregulierung dient sie einer riesigen Offshore-Finanzdienstleistungsbranche.»

Doch gemäss dem TJN müsste eigentlich Grossbritannien an der Spitze der Negativ-Liste liegen. Zwar sind die Briten nur auf Platz 21 zu finden, doch: «Die City of London unterstützt und kontrolliert ein Netz von Verdunkelungsoasen auf der ganzen Welt», schreibt TJN in seiner Mitteilung.

«Dieses Netz würde zusammengenommen unangefochten Platz eins einnehmen.» Allein die Cayman Islands landeten auf Rang vier, Jersey erreiche den neunten Platz, Bermuda den 14. und Guernsey den 15. Platz auf der Liste der verschwiegenen Finanzzentren.

Asiaten auf Platz drei und fünf

Hong Kong und Singapur sind auf dem Index auf Platz drei und fünf zu finden, gefolgt von den USA und dem Libanon. Das Land im Nahen Osten sei der «Aufsteiger der vergangenen zwei Jahre». Deutschland landete auf Platz acht.

Auffallend an der TJN-Liste ist weiter, dass 13 der Top-21-Länder Mitglieder der OECD sind, jener Organisation, die sich den Kampf gegen Steuerflucht auf ihre Fahne geschrieben hat.

SDA/chk

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