Die letzten Billag-Rechnungen sorgen für Verwirrung

Schon wieder? Das fragen sich zahlreiche Billag-Kunden zurzeit, denn bezahlt haben sie bereits – glauben sie jedenfalls.

Dieser Tage erfolgte der letztmalige Rechnungsversand der Billag – er führte beim einen oder anderen Kunden prompt für Verwirrung.

Dieser Tage erfolgte der letztmalige Rechnungsversand der Billag – er führte beim einen oder anderen Kunden prompt für Verwirrung.

(Bild: Keystone Gaetan Bally)

Robert Mayer@tagesanzeiger

«Versucht die Billag etwa, Dumme zu finden, die den Betrag bezahlen?» Ein Leser aus Basel hat eine Rechnung für die TV- und Radiogebühren für November und Dezember 2018 erhalten – «obwohl ich Anfang Jahr die gesamte Jahresrechnung bezahlt hatte». Es sehe für ihn so aus, hält er mit Blick auf das Ende der Billag per Ende Jahr fest, «als wollten die noch schnell Kasse machen».

Er ist nicht der Einzige, der erbost oder zumindest «etwas irritiert ist», wie Billag-Sprecherin Tanja Clément bestätigt. In den letzten Tagen habe die Zahl der Anrufe beim Billag-Callcenter zugenommen. Die Rechnungen sind aber nicht eine abschliessende boshafte Abzocke der heutigen Gebührenerhebungsstelle.

Wie die Billag erklärt, sei der Grund für die Rechnungen der Systemwechsel per 1. Januar 2019, mit dem der Übergang von der Billag zur Serafe einhergeht. Letztere wird ab dem neuen Jahr die künftige Abgabe von 365 Franken pro Jahr (bisher: rund 451 Franken) bei den Schweizer Haushalten einziehen; für die Unternehmen wird die Eidgenössische Steuerverwaltung zuständig sein.

Die Rechnung kommt während der laufenden Periode

Die Billag muss wegen des Wechsels ihre Rechnung bis Ende dieses Jahres abschliessen – und die Gebührenzahler und -zahlerinnen müssen ihre Ausstände bis zu diesem Termin noch begleichen. Für Verwirrung sorgt dabei, dass die rund 3,5 Millionen Kunden in zwölf Gruppen eingeteilt sind: Gruppe 1 bezahlt für die Periode vom 1.1. bis 31.12., Gruppe 2 vom 1.2. bis 31.1., Gruppe 3 vom 1.3. bis Ende Februar – und so weiter.

Und jetzt wird es noch komplizierter: Die Rechnungen werden immer erst während der zu bezahlenden Periode verschickt, was jetzt zu den Irritationen führt.

Um beim eingangs erwähnten Fall zu bleiben: Der Leser gehört der Gruppe 11 an und hat eine Jahresrechnung für den Zeitraum vom 1. November 2017 bis Ende Oktober 2018 erhalten. Die Rechnung der Billag erhielt er allerdings im Dezember 2017 – und bezahlte sie wie üblich per Ende des Monats. Allerdings hat er damit nicht, wie naheliegt, vom 1. Januar bis Ende Jahr bezahlt, sondern eben nur bis Ende Oktober, so die Erklärung der Billag.

Dieses System sorgte bisher für weniger Verwirrung, weil die Rechnungen regelmässig kamen und über den üblichen Betrag – nun steht aber eine Schlusszahlung an. Dies betrifft vor allem Kunden der letzten drei Gruppen 10, 11 und 12, wie Billag-Sprecherin Clément sagt: «Deren Teilrechnungen haben wir Ende September verschickt, damit wir bis Ende Dezember alles abschliessen können.»

Wer unsicher ist, ob er nun bezahlt hat oder nicht, dem empfiehlt die Sprecherin, die letzte Jahresrechnung daraufhin zu überprüfen, für welche Periode sie bezahlt worden sei. Ein letzter Blick auf die letzte Billag-Rechnung lohnt sich also.

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