Zum Hauptinhalt springen

Die Jetset-Lady hinter der Luxushotel-Offerte

Jetzt liegen offiziell zwei Angebote für den Kauf der Victoria-Jungfrau-Hotels vor: Die Manz-Hotelgruppe bietet 75 Millionen Franken. Dahinter steht mit Ljuba Manz eine schillernde Präsidentin.

Inhaberin einer Hotelkette: Ljuba Manz will zukaufen.
Inhaberin einer Hotelkette: Ljuba Manz will zukaufen.
Keystone

Die Fünfsternhotels der Berner Victoria-Jungfrau Collection (VJC) sind begehrt. Seit gestern ist nun definitiv klar, dass auch die Manz Privacy Hotels Switzerland Interesse bekundet. Das Unternehmen mit Hotels rund um den Globus bietet über eine Tochtergesellschaft 277 Franken pro VJC-Aktie. Das geht aus dem am Montag publizierten Angebotsprospekt hervor.

Die Offerte der Zuger Manz-Gruppe läuft vom 17. bis 30.Januar 2014. Bis dann müssen 66,7 Prozent der Aktionäre ihre Einwilligung zum Verkauf gegeben haben. Ansonsten verfällt die Offerte. Das ergibt einen theoretischen Kaufpreis von 75 Millionen Franken. Alle grossen Aktionäre müssten dem wohl zustimmen. Dazu gehören unter anderen das Kuwait Investment Office (23,9 Prozent), die Finanzgesellschaft Terramaris (15,5 Prozent) und die Berner Kantonalbank (12,1 Prozent). Im Prospekt der Manz-Gruppe heisst es, nach erfolgreicher Übernahme würden Verwaltungsrat und Geschäftsleitung der VJC überprüft.

Mit 250 Franken pro Aktie liegt ein zweites Angebot der Aevis-Gruppe vor. Allerdings wäre diese Gruppe, die primär in Privatkliniken investiert, bereits mit einem Anteil von 51 Prozent zufrieden. Im Gegensatz zur Manz-Gruppe will Aevis die Spitze der VJC unverändert lassen.

Kantonalbank hält sich zurück

Der VJC-Verwaltungsrat hat bereits verlauten lassen, das Aevis-Angebot sei ihm zu tief. Stattdessen erachtet er einen Preis von 300 bis 325 Franken pro Aktie als angemessen. Wie die Grossaktionäre zum Manz-Angebot stehen, ist nicht bekannt. Bei der Berner Kantonalbank hiess es gestern bloss, die Einschätzung des Verwaltungsrats der Victoria-Jungfrau Collection werde «entscheidend sein». Der Verwaltungsrat muss bis spätestens am 23.Januar Stellung nehmen.

Allerdings dürfte auch die Aevis-Gruppe nicht untätig bleiben. Ein Sprecher schloss nicht aus, den Preis pro Aktie noch zu erhöhen. Dies komme für Aevis aber nur infrage, wenn mit dem VJC-Verwaltungsrat ein Einverständnis zum Angebot erreicht werde. «Wir wollen nur eine freundliche Übernahme», betont der Sprecher. Eigentlich wäre das Aevis-Angebot gestern bereits abgelaufen, aber weil die Manz-Gruppe jetzt ebenfalls mitbietet, verlängert sich das laufende Angebot automatisch.

Aktie erreicht Höchststand

Die VJC hat ihren Sitz in Interlaken. Nebst dem Hotel Victoria-Jungfrau in Interlaken führt sie die Hotels Bellevue Palace in Bern, Palace in Luzern und Eden au Lac in Zürich. Der Kurs der ausserbörslich gehandelten VJC-Aktie steigt seit Tagen, gestern schloss sie bei einem Höchststand von 280 Franken.

An der Spitze der Manz-Gruppe steht Ljuba Manz. Die gebürtige Ukrainerin, die ihr Alter geheim hält, war mit dem verstorbenen Hotelmogul Caspar Manz verheiratet, dessen Hotelkette sie als Präsidentin führt. Sie besitzt 95 Prozent der Aktien. Die Jetset-Lady zeigt sich öffentlich gern mit viel Schmuck. In einem Interview bezeichnete sie sich einst als Feuervogel – wie er im Ballett von Igor Strawinsky vorkomme.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch