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«Die Gerechtigkeit hat gesiegt»

Das Gericht bestätigte, dass Sonja Kohn nicht die Komplizin des Betrügers Madoff gewesen sei. Nun äussert sich die Investmentbankerin erstmals zu einer schwierigen Zeit in ihrem Leben.

«Medien verbreiteten die Vorwürfe, als wären sie die Wahrheit und nicht einfach die Behauptungen einer Partei»: Sonja Kohn.
«Medien verbreiteten die Vorwürfe, als wären sie die Wahrheit und nicht einfach die Behauptungen einer Partei»: Sonja Kohn.
Keystone

Die Investmentbankerin und Wahlschweizerin Sonja Kohn ist von einem britischen Gericht freigesprochen worden. Beschuldigt wurde Kohn der Komplizenschaft mit dem Anlagebetrüger Bernard Madoff.

Das britische Handelsgericht habe verneint, dass die bekannte Geschäftsfrau Komplizin des Jahrhundertbetrügers Bernard Madoff gewesen sei, schreibt die «Handelszeitung» (HaZ).

Geschädigte statt Komplizin

Kohn, die heute in Zürich lebt, galt als bedeutendste Geschäftspartnerin von Madoff in Europa. Sie führte laut HaZ 20 Jahre lang institutionelle Anleger bei Madoff ein. Gemäss Gericht sei auch Kohn von Madoff betrogen worden. Ihre Familie verlor gegen 12 Millionen Dollar. Die Gerechtigkeit hat gesiegt», sagt Kohn nach dem Freispruch. Es sei bitter gewesen zu erleben, wie ein Kläger völlig falsche und ungerechte Vorwürfe in die Welt setzen könne – «und wie die Medien diese Vorwürfe weiterverbreiten, als wären sie die Wahrheit und nicht einfach die Behauptungen einer Partei», sagt Sonja Kohn der «Handelszeitung».

Neben Kohn erlitten viele Schweizer Investoren und Privatbanken Millionenverluste. Die Folge waren diverse Gerichtsverfahren.

Madoff ging als «erster globaler Betrugsfall» in die Geschichte ein: Er betrog weltweit 4800 wohlhabende Kunden um gegen 20 Milliarden Dollar. 2008 flog er auf, 2009 wurde er zu einer Gefängnisstrafe von 150 Jahren verurteilt. Der New Yorker Vermögensverwalter betrieb 20 Jahre lang ein Schneeballsystem: Das Geld der Investoren legte er nicht an, sondern zweigte es für sich ab.

(SDA)

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