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Die erste Frau ganz oben

Der weltgrösste Autobauer, der US-Konzern General Motors, bekommt eine neue Spitze. Die Nominierung einer Frau ist in der Geschichte der US-Autoindustrie ein Novum.

cpm
Übernimmt die Führung von General Motors: Mary Barra. (Archivbild 2012)
Übernimmt die Führung von General Motors: Mary Barra. (Archivbild 2012)
Reuters

Die Geschicke des US-Autobauers General Motors wird künftig eine Frau leiten. Das Unternehmen berief die bisherige Produktleiterin Mary Barra zur neuen Konzernchefin, wie GM am Dienstag mitteilte. Die 51-Jährige wird am 15. Januar den Posten von Dan Akerson übernehmen, der wegen der Krebserkrankung seiner Frau einige Monate früher ausscheidet. Barra wird die erste Frau an der Spitze eines US-Autokonzerns sein.

Zudem trennte GM die Posten des Präsidenten und Konzernchefs, die Akerson bekleidet hatte. Neuer Präsident wird Theodore (Tim) Solso. Er war früher Präsident und Konzernchef des Motorenbauers Cummins und sitzt seit Juni 2012 im Aufsichts- und Verwaltungsrats von GM. Die GM-Aktie fiel nach der Bekanntgabe der Personalien am Dienstag um 0,2 Prozent auf 40,82 Dollar (knapp 30 Euro).

Barra ist derzeit Vizepräsidentin der Geschäftssparte Globale Produktentwicklung – und hat damit nach Meinung vieler den wichtigsten Job im Unternehmen inne. Sie setzte sich gegen drei interne Kandidaten durch, die ebenfalls für den Chefsessel infrage kamen: Darunter befanden sich der Finanzchef Dan Ammann, der Nordamerika-Präsident Mark Reuss und der Vizepräsident von GM, Steve Girsky.

Die Chefdesignerin

Der 41-jährige Ammann wurde zum GM-Geschäftsführer ernannt und wird künftig weltweit für die regionalen Märkte sowie für die Marken Cadillac und Chevrolet und für den konzerneigenen Autofinanzierer GM Financial zuständig sein.

Als Produktleiterin ist Barra unter anderem für das Design und die Qualität aller GM-Autos weltweit verantwortlich und hat die meisten der neu eingeführten Modelle der jüngeren Jahre begleitet. Unter ihrer Regie führte GM unter anderem die Pick-up-Trucks Chevrolet Silverado und GMC Sierra ein sowie den Chevrolet Impala, der in der Kategorie Limousine die höchste Bewertung des US-Magazins «Consumer Reports» einheimste.

In der Firma hochgearbeitet

Barra ist derzeit zudem für die Einkäufe zuständig. Zuvor hatte sie die Personalabteilung geleitet. Die Managerin fing 1980 als Ingenieurs-Werkstudentin bei GM an, als sie an der heutigen Kettering-Universität bei Flint rund 95 Kilometer nordwestlich von Detroit studierte. Sie hat einen Master in Betriebswirtschaftslehre der Universität Stanford.

Der scheidende Präsident und Konzernlenker Akerson sagte am Dienstag in einer Botschaft an die Belegschaft, er gehe mit grosser Zufriedenheit über das, was GM und seine Mitarbeiter erreicht hätten: General Motors zu Amerikas Stütze der globalen Autoindustrie zu machen.

Der Autobauer hat sich nach den Krisenjahren 2008 und 2009, als der Staat mit einem Rettungspaket von fast 50 Milliarden Dollar zu Hilfe eilte und 61 Prozent der Aktien übernahm, wieder erholt. Seit mittlerweile 15 Quartalen schreibt GM wieder schwarze Zahlen. Die US-Regierung kündigte kürzlich an, bis 31. Dezember ihre letzten Aktien zu verkaufen. Die GM-Titel legen seit Jahresbeginn kräftig zu.

(dapd)

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