Die Arbeitgeber haben es in der Hand

Schon heute können Pensionskassen Beiträge erhöhen, um die Renten zu sichern – wenn die Arbeitgeber mitmachen.

Janine Hosp

Es sind keine guten Nachrichten für nachkommende Generationen: Junge Berufsleute, die heute einer Pensionskasse beitreten, werden eine um 28 Prozent tiefere Rente erhalten, als wenn sie es zehn Jahre früher getan hätten. Dies geht aus der neusten Studie von Swisscanto Vorsorge hervor. Die Differenz kann auch noch deutlich höher ausfallen – die künftige Teuerung zum Beispiel wurde nicht berücksichtigt.

Genau diese Generation wird auch durch die AHV viel stärker belastet als alle vorhergehenden. In 15 Jahren werden voraussichtlich nur noch 2,3 statistische Erwerbstätige für eine AHV-Rente aufkommen – bei der Einführung der AHV im Jahr 1948 waren es noch 6,5 Erwerbstätige.

Zwar bewegen sich die Pensionskassen in einem gesetzlich eng gesteckten Rahmen, aber es bleibt ihnen genug Spielraum, um zu handeln. Sie können es ihren Versicherten zum Beispiel ermöglichen, schon mit 18 Jahren in die berufliche Vorsorge einzuzahlen und über das Rentenalter hinaus zu arbeiten. Arbeitnehmer und Arbeitgeber können auch freiwillig auf einen höheren Teil des Lohnes Beiträge zahlen oder die Beiträge erhöhen.

Mit diesem Geld werden die künftigen Senioren nicht auf Kreuzfahrt gehen und auch nicht in teuren Restaurants essen.

Das aber kostet. Gerade Junge, die noch eine halbe Ewigkeit von ihrer Pensionierung entfernt sind, wollen oft nicht mehr Lohn in die Vorsorge stecken, und längst nicht alle Arbeit­geber mögen sich stärker engagieren.

Mit ihren Renten werden die künftigen Senioren nicht auf Kreuzfahrt gehen und auch nicht in teuren Restaurants essen. Sie werden das Geld brauchen, um in Würde zu leben. Vielen ist nicht bewusst, wie tief die AHV-Rente ist: Höchstens 2370 Franken pro Monat. Es erhalten sie aber nur jene, die immer gearbeitet, immer einbezahlt und mindestens 85'000 Franken pro Jahr verdient haben. Die Mindestrente liegt bei 1185 Franken.

Senioren werden auch künftig auf eine substanzielle Rente aus der zweiten Säule angewiesen sein. Pensionskassen und Arbeitgeber müssen aber nicht warten, bis Politiker und Politikerinnen vorwärtsmachen, sie haben es auch selber in der Hand.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt