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Coca-Colas «grüne» Brause

Der amerikanische Getränkehersteller lanciert eine neue, als zuckerarm beworbene Limonade. Die sei aber alles andere als gesund, monieren Kritiker.

Mit vier Teelöffeln Zucker pro Dose nicht so gesund, wie es auf den ersten Blick scheint: Coca-Cola Life.
Mit vier Teelöffeln Zucker pro Dose nicht so gesund, wie es auf den ersten Blick scheint: Coca-Cola Life.
PD

Vor acht Jahren brachte Coca-Cola das kalorienlose Getränk «Zero» auf den Markt – nun soll eine neue Variante die Verkaufszahlen des Konzerns auf dem europäischen Markt in die Höhe treiben: Mit einer grünen Etikette versehen, wird Cola Life mit dem pflanzlichen Inhaltsstoff Stevia gesüsst. Bisher ist das Getränk in der südamerikanischen Heimat der Pflanze zu haben, ab September soll die Brause laut dem «Guardian» auch in Grossbritannien erhältlich sein.

Der Konzern verkauft das neue Produkt als Teil einer staatlichen Kampagne gegen Fettleibigkeit, zu deren Unterzeichner Coca-Cola gehört. Doch noch vor dem Start stösst Cola Life auf Kritik: So grün, wie es auf der Verpackung daherkommt, ist das Getränk gar nicht – in einer 330 Milliliter Dose stecken ganze 35 Gramm – oder mehr als vier Teelöffel – Zucker. Das ist nur ein Drittel weniger als in der herkömmlichen Cola. So können nur etwa 60 Prozent des Zuckers durch den Stoff ersetzt werden, die restliche Süsse wird im neuen Produkt nach wie vor durch herkömmlichen Zucker erzeugt.

Der Konzern nutzt den Blätterextrakt bereits zum Süssen von Getränken wie Sprite. Stevia ist zwar in Südamerika seit Jahrhunderten ein traditionelles Nahrungsmittel; in den USA und Europa jedoch ist es erst seit 2011 als Lebensmittel zugelassen. Jahrelang hatten die Behörden zuvor vor den gesundheitlichen Folgen des Konsums gewarnt, da die Inhaltsstoffe bisher nicht ausreichend erforscht worden waren. Wie die NZZ schreibt, nahm die Schweiz in der Zulassung für den menschlichen Konsum eine Vorreiterrolle ein.

Einsatz für weniger Zucker

In Grossbritannien setzt sich die Regierung für eine Verbesserung der öffentlichen Gesundheit ein, auch Konzerne wie Coca-Cola gehören zu den offiziellen Unterstützern der Kampagne. So hat sich das Unternehmen etwa verpflichtet, die Kalorienzahl in den Produkten bis Ende Jahr um fünf Prozent pro Liter zu verringern.

Von der Glaubwürdigkeit dieses Vorhabens ist die Organisation Action on Sugar genauso wenig überzeugt wie vom neuen grünen Design von Coca-Cola Life. «Egal, was der Konzern, sagt: Die Gesundheit der Bevölkerung liegt nicht im Interesse von Konzernen wie Coca-Cola», erklärt der Direktor der Gruppe, die sich für einen niedrigeren Zuckergehalt in Lebensmitteln einsetzt, gegenüber dem «Guardian».

Engagement im Kampf gegen Fettleibigkeit

Ähnlich äussern sich auch andere Organisationen, die sich für die Gesundheit der Menschen in Grossbritannien einsetzen. «Im Kern verkauft Coca-Cola der Öffentlichkeit zuckerhaltige Produkte – und an diesem Geschäft hat sich trotz der neuen Strategie nichts geändert», zitiert die Zeitung einen Mitarbeiter der Children's Food Campaign. Dort zeigt man sich besonders besorgt über das neue Getränk, denn der Zuckergehalt von Coca-Cola Life entspricht einem Viertel der empfohlenen Tagesration Zucker eines Kindes.

Beim Unternehmen selbst sieht man das Ganze naturgemäss anders. «Coca-Cola war eines der ersten Unternehmen, das die Kampagne der britischen Regierung unterstützt hat», erklärt der Präsident der Europafiliale. Man engagiere sich schon lange im Kampf gegen Fettleibigkeit – in Grossbritannien, aber auch weltweit. «Und auch in Zukunft werden wir den Menschen dabei helfen, ihr Leben ins Gleichgewicht zu bringen.» Wann die Brause in der Schweiz herauskommen soll, ist bisher nicht bekannt.

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