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Chrysler leistet Starthilfe für Fiat

Zum ersten Mal in über einem Jahrzehnt kann der US-Autobauer einen Jahresgewinn verbuchen. Besonders der Mutterkonzern Fiat dürfte sich an diesem Ergebnis erfreuen. Dessen Geschäfte stagnierten nämlich.

Unterschiedliche Geschäftsgänge: Bei einem Autohändler steht ein Fiat neben einem Chrysler.
Unterschiedliche Geschäftsgänge: Bei einem Autohändler steht ein Fiat neben einem Chrysler.
Reuters

2011 erwirtschaftete Chrysler einen Reingewinn von 183 Millionen Dollar, nach einem Minus 652 Millionen Dollar im Vorjahr. 2009 hatte das traditionsreiche US-Unternehmen nur mit milliardenschwerer Hilfe des Staates überlebt. Der italienische Fiat-Konzern übernahm damals 20 Prozent und besitzt inzwischen die Mehrheit an dem Konzern.

Angesichts boomender Autoverkäufe vor allem im wichtigen Heimatmarkt geht es seit Monaten aufwärts mit Chrysler. Der Umsatz sprang um 31 Prozent hoch auf 55,0 Milliarden Dollar. «Das Haus ist in schönster Ordnung», verkündete Konzernchef Sergio Marchionne am Mittwoch. «Wir sind stolz auf die Arbeit, die wir geleistet haben.»

Marchionne senkte bei Chrysler die Kosten und brachte die angestaubte Modellpalette mit italienischer Technik auf Vordermann. Die Erfolge lassen sich auch in der Fiat-Bilanz ablesen, in die Chrysler seit Juni einfliesst: Der Gewinn schoss von 222 Millionen auf annähernd 1,7 Milliarden Euro hoch.

Flauer Geschäftsgang in Italien

Während aber das Geschäft der italienischen Marken Fiat, Alfa Romeo und Lancia stagnierte, konnte Chrysler seinen Umsatz im Gesamtjahr um 31 Prozent auf 55,0 Milliarden Dollar hochschrauben und damit dem ganzen Konzern Auftrieb geben. Im laufenden Jahr strebt Marchionne für Chrysler einen weiteren Sprung auf einen Umsatz von 65 Milliarden Dollar an und einen Gewinn von unterm Strich 1,5 Milliarden Dollar.

Fiat rechnet dagegen in seinem Heimarktmarkt Europa mit weiteren Problemen und mit einem Rückgang des gesamten Konzerngewinns auf 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro. Die Italiener leiden unter der Verunsicherung der Käufer in vielen südeuropäischen Ländern wegen der Schuldenkrise. Vor allem das Geschäft in Italien selbst stockt.

Dagegen zeigen sich die US-Kunden weiter kaufwillig. Alleine im Januar sprang der Chrysler-Absatz in der Heimat um 44 Prozent hoch - das ist der beste Monat seit drei Jahren. In den Vereinigten Staaten setzt Chrysler die Masse seiner Fahrzeuge ab. Zu den Marken gehören Dodge, Jeep und Ram.

Bei Chrysler war die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge im vergangenen Jahr von 1,6 auf 2,0 Millionen gestiegen. Fiats Massenmarken hingegen büssten leicht auf 2,0 Millionen Stück ein. Einziger Lichtblick war der wichtige brasilianische Markt mit einem kleinen Plus.

Weniger Schulden, höherer Marktanteil

Dank der boomenden Verkäufe hat sich die Lage bei Chrysler deutlich entspannt: Die Schulden sind geschrumpft, das Geld strömt nur so in die Kassen. Der Marktanteil in den USA legte nach Firmenangaben im vergangenen Jahr von 9,2 auf 10,5 Prozent zu.

Chrysler galt lange als Sorgenkind unter den US-Autokonzernen. Die Rivalen General Motors und Ford schrieben nach der grossen Krise des Jahres 2009 wesentlich schneller wieder Gewinne und das in Milliardenhöhe.

Dagegen war Chrysler auf die Hilfe des italienischen Konkurrenten Fiat angewiesen, der mittlerweile 58,5 Prozent hält. Chef beider Unternehmen ist seit Beginn der Allianz Marchionne. Auf mittlere Sicht strebt er eine komplette Verschmelzung an.

SDA/kpn

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