Chefwechsel bei Intersport sorgt für Fragen

Der abrupte Abgang von Intersport-Schweiz-Chef Urs Müller sorgt für Vermutungen, dass es zu einem Streit zwischen ihm und dem Grossaktionär Nicholas Berry kam.

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Stefan Schnyder@schnyderlopez

Am Donnerstagmorgen erwachte der bisherige Finanzchef Patrick Bundeli als neuer Chef von Intersport Schweiz mit Sitz in Ostermundigen. Am Mittwochabend hatte das an der Schweizer Börse kotierte Unternehmen bekannt gegeben, dass der bisherige Chef Urs Müller per sofort abtritt.

Patrick Bundeli, der neue Chef mit Wurzeln im Seeland, führte gestern folgende Erklärung für Müllers Abgang an: «Der Grund sind unterschiedliche Auffassungen bezüglich der Ausrichtung von Intersport Schweiz zwischen ihm und dem Verwaltungsrat.»

Konflikt Investor - Händler?

Brancheninsider vermuten, dass es zwischen dem Intersport-Grossaktionär Nicholas Berry und Müller zu einem Konflikt gekommen ist. Der englische Investor Berry, der einen Anteil von 91 Prozent an Intersport Schweiz hält, und Müller hätten unterschiedliche Vorstellungen darüber gehabt, wie Intersport Schweiz die angeschlossenen Händler am besten unterstützen kann. Müller wollte Geld in Massnahmen investieren, um die Händler besser zu positionieren, Berry nicht. Bundeli stellt dies in Abrede: «Bei Intersport Schweiz gehört es zum täglichen Geschäft, dass der Chef die Balance finden muss zwischen den Ansprüchen der Aktionäre und der Sportartikelhändler. Während fünf Jahren hat Urs Müller gut mit dieser Herausforderung gelebt.»

Fest steht jedoch: Der Verlust aus dem Geschäftsjahr 2011/2012 von 3,3 Millionen und der Minigewinn von 900'000 Franken im Jahr 2012/2013 dürften Müllers Position nicht gestärkt haben.

Der Glaube an die Zukunft

In den letzten Monaten sorgen zwei Berner Sportgeschäfte für Negativschlagzeilen: Universal Sport musste Konkurs anmelden, Vaucher Sport beabsichtigt, drei von vier Filialen zu schliessen. Laut Bundeli hat Müllers Abgang nichts mit diesen Ereignissen zu tun. Beide Sportgeschäfte sind dem Intersport-Verbund angeschlossen, wirtschaften aber auf eigene Rechnung.

Bundeli lässt sich von der harten Konkurrenz nicht abschrecken: «Ich glaube an die Zukunft von regional gut verankerten Sportfachhändlern», betont er. Er sei überzeugt, dass Intersport Schweiz über die richtigen Instrumente verfüge, um den angeschlossenen Sportfachhändlern die bestmögliche Unterstützung zu bieten.

Berner Zeitung

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