Thun

Börse wirft Meyer Burger Rechnungsfehler vor

ThunNeues Ungemach für Meyer Burger. Die Thuner Solar­firma soll operative Gewinne zu hoch ausgewiesen haben. Meyer Burger weist den Vorwurf zurück.

Die Thuner Solarfirma Meyer Burger kommt nicht zur Ruhe.

Die Thuner Solarfirma Meyer Burger kommt nicht zur Ruhe. Bild: Patric Spahni

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Wenn ein Unternehmen im Umbruch ist, schauen Investoren besonders genau darauf, was aus­serordentliche Belastungen sind und was zum ordentlichen Ergebnis gehört. Die Regulierungsstelle der Schweizer Börse (SIX Exchange Regulation) wirft nun Meyer Burger vor, im Jahr 2016 und im Halbjahr 2017 operative Gewinne zu hoch ausgewiesen zu haben.

Es geht um Abschreibungen im Zusammenhang mit der Schliessung der US-Tochtergesellschaft Diamond Materials Tech (DMT) im Februar 2017. Meyer Burger hat diese im ausserordentlichen Ergebnis berücksichtigt. Für die SIX Exchange Regulation stellt die Schliessung aber «kein äusserst seltenes Ereignis» dar und war «nicht unvorhersehbar».

Das Ereignis sei daher im ordentlichen Ergebnis zu erfassen. Denn durch diese mutmasslich inkorrekte Darstellung seien wichtige Kennzahlen wie Ebitda und Ebit zu hoch ausgewiesen worden, kritisiert die SIX Exchange Regulation. Zudem bestehe im Zusammenhang mit einer frühzeitig zurückgekauften eigenen Anleihe ein mutmasslicher Fehler in der Geldflussrechnung.

Meyer Burger weist die Vorwürfe vollumfänglich zurück. Die Abschlüsse seien alle im Sinne des Rechnungslegungsstandards Swiss Gaap Fer sowie eng abgestimmt mit der Revisionsstelle PricewaterhouseCoopers erfolgt.

Meyer Burger habe DMT per Ende 2016 nur noch zu Liquidationswerten bewertet, weil die Fortführung der Gesellschaft nicht mehr beabsichtigt gewesen sei. Die Effekte aus der Umstellung von 11,9 Millionen Franken seien im ausserordentlichen Ergebnis dargestellt.

Der Fall kommt nun vor die Sanktionskommission. Die SIX Exchange Regulation hat einen Sanktionsantrag gestellt, ohne Details zu nennen. Die möglichen Sanktionen reichen von einem Verweis über Bussen bis hin zum Ausschluss von der Börse.

Wenn die SIX Exchange Regulation eine Sanktion beantragt, dann kommt es laut Rechnungslegungsexperten meistens auch dazu. Die allfällige Busse werde Meyer Burger aber gut verkraften können. (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.06.2018, 16:21 Uhr

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