BMI Regional zieht sich aus Bern-Belp zurück

Belp

Die Fluggesellschaft BMI Regional kehrt Bern-Belp den Rücken. Die Verbindung nach München wird nach Weihnachten eingestellt.

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Julian Witschi

Das Kommen und Gehen am Flughafen Bern-Belp ist um ein Kapitel reicher: Nach weniger als zwei Jahren gibt BMI Regional die Destination auf. Die einzige angebotene Verbindung der britischen Fluggesellschaft ab Bern nach München wird am 26. Dezember gestrichen, wie der Verkaufschef von BMI Regional, Jochen Schnadt, sagt. Er ergänzt damit einen Bericht des Branchenportals Aerotelegraph, wonach Buchungen auf dieser Strecke bereits nicht mehr möglich sind.

Nicht gross genug für zwei

Es habe sich herausgestellt, dass der Berner Markt für zwei Fluggesellschaften einfach nicht gross genug sei, um den Flugverkehr von Belp über München in die Welt mit anderen Flügen von BMI Regional oder dem Codeshare-Partner Lufthansa zu verbinden, heisst es in einer Medienmitteilung. Dadurch sei es unwahrscheinlich geworden, die Strecke mittelfristig rentabel betreiben zu können.

Trotz gutem Fortschritt bei den Passagierzahlen sei es insbesondere nicht möglich gewesen, ausreichend Firmenkunden zu gewinnen, sagt Schnadt. Es bleibe daher keine andere Wahl als die Strecke einzustellen. Kunden, die eine Buchung nach dem 26. Dezember haben, können sich die Ticketpreise zurückzahlen lassen. Oder sie können ihr Ticket auf die Konkurrentin Skywork umbuchen, wie diese am Dienstagabend mitteilte.

Diese Regelung gilt nicht für Lufthansa-Tickets. Diese Kunden werden nach Basel umgebucht. Am 8. Januar 2017 ist dann definitiv Schluss mit dem Angebot von BMI Regional ab Bern. Die Airline betreibt 18 Flugzeuge, führt pro Woche mehr als 350 Linienflüge zu 32 Zielen in Europa durch und beschäftigt mehr als 400 Mitarbeitende.

Harte Konkurrenz

Künftig ist damit Skywork wieder der einzige Anbieter von Flügen ab Bern nach München. BMI Regional flog seit März 2015 von Bern nach München und baute dafür auch eine eigene Vertriebsinfrastruktur auf.

Skywork reagierte damals verärgert über die unverhoffte Konkurrenz auf der wichtigen Strecke. Die Briten ergatterten laut Aerotelegraph gemessen an den angebotenen Sitzen einen Marktanteil von 55 Prozent. Das dürfte auch am Codeshare-Abkommen mit Lufthansa gelegen haben.

Seit Mitte Oktober verfügt Skywork allerdings über ein Interlining-Abkommen mit Air France-KLM für Flüge via das Drehkreuz Amsterdam. Wie beim Codeshare akzeptieren die beteiligten Gesellschaften beim Interlining gegenseitig die Flugtickets, es fliegt jedoch nicht die eine Gesellschaft auch mit dem Airlinecode der anderen.

Berner Zeitung

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