BLS-Angestellte sollen flexibler arbeiten

Die Mitarbeitenden der BLS erhalten einen erneuerten Gesamtarbeitsvertrag. Es gibt weniger garantierte Ruhesonntage, aber mehr Nachtdienstzuschläge.

Bei der BLS werden Ruhezeiten und Pausen der Angestellten angepasst.<p class='credit'>(Bild: Christian Pfander)</p>

Bei der BLS werden Ruhezeiten und Pausen der Angestellten angepasst.

(Bild: Christian Pfander)

Bei der BLS werden die Arbeits- und Ruhezeiten flexibilisiert. Im Gegenzug gibt es neu bis um 6 Uhr einen Nachtdienstzuschlag statt wie bisher je nach Bereich bis um 4 oder 5 Uhr. Zudem werden der heute schon gewährte ­Vaterschaftsurlaub von 10 Tagen und der Mutterschaftsurlaub von 18 Wochen im Gesamtarbeitsvertrag verankert. Dies haben die BLS und die Gewerkschaften SEV, Transfair und VSLF vereinbart.

Der bisherige Gesamtarbeitsvertrag (GAV) sei mit Blick auf die vom Bundesrat geplanten Änderungen des Arbeitszeitgesetzes angepasst worden, teilten die Sozialpartner am Mittwoch gemeinsam mit. Neu geregelt werden Ruhezeiten und Pausen, dies unter der Berücksichtigung des Gesundheitsschutzes, wie es hiess.

Ein Beispiel der vielen und teils komplexen Änderungen: Statt wie bisher 20 garantiert arbeitsfreie Sonntage können BLS-Angestellte neu auf Wunsch auch an 16 ganzen Wochenenden (Samstag und Sonntag) frei nehmen.

Länger arbeiten

Für bestimmte Branchenteile wie die Schifffahrt, den Bau und Unterhalt, die Werkstätten oder das Sicherheitspersonal wurden neue Ausnahmebestimmungen aufgenommen oder bestehende Regeln angepasst. So können etwa die Höchstarbeitszeiten pro Tag für Bauarbeiter im Fall von Grossbaustellen ausgedehnt werden, ebenso für Zugbegleiter bei Grossanlässen. Diese Mehrarbeit muss dann entsprechend mit Freizeit abgegolten werden.

Laut dem Verhandlungsleiter der Gewerkschaften Michael ­Buletti fanden die Diskussionen in einem konstruktiven Rahmen statt. Das Lohnsystem bleibt praktisch unverändert. Allerdings sollen die eher tiefen Einstiegslöhne von Gleisbauern neu schneller steigen. Separat vom Gesamtarbeitsvertrag verhandeln die Sozialpartner jährlich über Lohnerhöhungen für die Angestellten der BLS.

Der angepasste GAV wird per Fahrplanwechsel 2018/2019 in Kraft treten. Ihm sind rund 2600 der 3000 BLS-Mitarbeitenden unterstellt. Ausgenommen sind neben dem höheren Kader die Angestellten der Tochtergesellschaft Busland.

Berner Zeitung

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