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BKW-Chefin rechnet weiter mit Stromabkommen

Droht die Schweiz tatsächlich den Zugang zum EU-Strommarkt zu verlieren? Suzanne Thoma, Chefin des Berner Energiekonzerns BKW, ist optimistisch.

Äusserte sich auch zur Investitionsstrategie der BKW: Suzanne Thoma.
Äusserte sich auch zur Investitionsstrategie der BKW: Suzanne Thoma.
Peter Klaunzer, Keystone

Die Chefin des bernischen Energiekonzerns BKW, Suzanne Thoma, geht davon aus, dass es doch noch zu einem Stromabkommen zwischen der EU und der Schweiz kommen wird. Ein solches Abkommen sei im Kern im Interesse beider Seiten.

Falls die Verhandlungen für ein Abkommen aber scheitern würden, rechnet Thoma nicht mit finanziellen Einbussen für die BKW. Das sagte sie in einem veröffentlichten Interview mit der «Handelszeitung».

EU will Vorgehen analysieren

Die EU-Kommission hatte am Dienstag mitgeteilt, nach dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative müsse das weitere Vorgehen bei den Verhandlungen für ein Stromabkommen im grösseren Kontext der bilateralen Beziehungen analysiert werden.

Der Direktor des Bundesamts für Energie, Walter Steinmann, sagte in der Folge, wegen dieser Blockade rechne er schon im nächsten Jahr mit Nachteilen für Schweizer Firmen. Die Strombranche drohe den Anschluss an den EU-Markt zu verlieren, so Steinmann in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung».

Investitionen in neue erneuerbare Energien reduziert

Im Interview äussert sich Thoma auch zu den Investitionen der BKW in neue erneuerbare Energien. Die BKW habe ursprünglich eine Milliarde Franken in Produktionsanlagen in der Schweiz stecken wollen.

Wegen hoher regulatorischer Hürden, der Opposition gegen die Projekte und der langen Verfahrensdauer rentierten solche Projekte aber kaum noch. Schon vor drei Jahren habe der bernische Konzern den Betrag auf 625 Millionen Franken reduziert und werde die Investitionen wohl weiter verringern.

Angesprochen auf die zahlreichen Investitionen der BKW in Windenergieanlagen in Italien, sagt Thoma, die BKW schätze die regulatorischen Risiken für neue erneuerbare Produktion derzeit in der Schweiz höher ein als im südlichen Nachbarland.

Thoma verteidigt auch Investitionen der BKW in das Kohlekraftwerk Wilhelmshaven in Deutschland: «Wir können nicht gleichzeitig aus der Kernenergie und aus der Kohle- und Gasnutzung aussteigen.»

SDA/mw

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