Hans Grunder verkauft sein Unternehmen an die BKW

Die BKW kauft weiter ein: Der Energiekonzern übernimmt die Grunder Ingenieure AG. Der Berner Gewerbeverband äussert sich unzufrieden.

Die BKW verstärkt sich mit der Übernahme der Grunder-Gruppe im Bereich Vermessung, Gemeindeingenieurwesen und Geoinformation.

Die BKW verstärkt sich mit der Übernahme der Grunder-Gruppe im Bereich Vermessung, Gemeindeingenieurwesen und Geoinformation. Bild: zvg

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Der Berner Unternehmer und BDP-Nationalrat Hans Grunder regelt seine Nachfolge: Er verkauft das Unternehmen an die BKW, welche mit dieser Übernahme ihre Einkaufstour weiterführt.

Der Berner Energiekonzern BKW schlägt wieder einmal in der Region Bern zu. Das Unternehmen kauft die Grunder Ingenieure AG und ihre beiden Partnerfirmen, die OSTAG Ingenieure AG und die Ruefer Ingenieure AG.

Technische Pioniere

Die Grunder Ingenieure AG hat einen prominenten Besitzer: Gründer und Inhaber des Unternehmens ist der Berner BDP-Nationalrat Hans Grunder. Die BKW betont, dass die Grunder-Gruppe seit jeher als technische Pioniere und Innovatoren bekannt seien. So sei das Unternehmen zwei Jahre nach seiner Gründung das erste Schweizer Ingenieurunternehmen gewesen, welches die GPS-Technologie einsetzte.

Heute sei das Unternehmen im Bereich der Vermessung europaweit technologisch führend. Die Gruppe beschäftigt heute an verschiedenen Standorten im Kanton Bern 130 Mitarbeitende.

Der 60-jährige Firmengründer Hans-Grunder sagt laut Medienmitteilung zum Verkauf seines Unternehmens: «Als Bestandteil eines umfassenden, weitläufigen Netzwerks erhalten wir einen verbesserten Zugang zum europäischen Markt und können eine führende Rolle beim Ausbau der Dienstleistungen von BKW Engineering übernehmen».

Den Verkaufspreis geben die Unternehmen nicht bekannt.

Bereits Anfang April gab die BKW die Übernahme des österreichischen Ingenieurbüros AEP bekannt, und Anfang März kaufte der Energiekonzern mit der Assmann Beraten Planen in Deutschland zu.

Berner Gewerbeverband unzufrieden

Die neuste Mitteilung der BKW rief am Donnerstag den Verband der kleinen und mittleren Unternehmen des Kantons Bern auf den Plan. In einer Mitteilung schreibt der Verband Berner KMU, die BKW nutze ihre Vormachtstellung einmal mehr aus.

Der Verband werde demnächst eine breite Informations- und Sensibilisierungskampagne starten, denn immer mehr staatsnahe Betriebe konkurrenzierten auf fragliche Art und Weise das Gewerbe. Gleich lange Spiesse seien nötig.

Berner-KMU-Präsident Toni Lenz hatte schon im vergangenen Herbst an einer Versammlung des Verbands BKW, Post und Gebäudeversicherung Bern (GVB) kritisiert. Solche Unternehmen hätten wegen ihrem Teilmonopol im Vergleich zu anderen Firmen automatisch einen Wettbewerbsvorteil.

Lenz erwähnte als Beispiel die Zusatzversicherungen, welche die GVB nebst der obligatorischen Grundversicherung für Gebäude neu anbieten darf. (Berner Zeitung)

Erstellt: 27.04.2017, 07:55 Uhr

Update folgt...

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