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BKW macht Kanton 170 Millionen Franken reicher

Der Berner Energieversorger BKW rechnet für 2019 mit einem höheren Gewinn als erwartet – die Börse jubelt.

(Symbolbild)
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Manuel Zingg

Der BKW läufts. Seit fünf Jahren befindet sich der Berner Energiekonzern konstant im Aufwind. Die neueste Erfolgsmeldung ging am Dienstag in Form einer Mitteilung an die Aktionäre und an die Medien. Die BKW verkündete, dass sie für das vergangene Geschäftsjahr 2019 ein besseres Ergebnis erwartet als bisher angenommen. Dies, nachdem das Berner Unternehmen bereits im vergangenen Sommer die Gewinnerwartungen in die Höhe geschraubt hatte. «Weil das Handelsgeschäft insbesondere gegen Jahresende erneut ausserordentlich stark war, wird diese Prognose nochmals übertroffen», steht in der Mitteilung.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern soll über dem letztjährigen Ergebnis von 417 Millionen Franken liegen. Beim Reingewinn rechnet die BKW sogar mit einem «markant höheren» Ergebnis. Den detaillierten Jahresabschluss will der Konzern am 18. März veröffentlichen.

An der Börse sorgte die Meldung am Dienstag für ein kleines Kursfeuerwerk. Die Aktie stieg bis zum Ende des Handelstags um 8,3 Prozent an. Der Konzern ist somit – zumindest auf dem Papier – innerhalb von 24 Stunden 340 Millionen Franken mehr wert als noch am Vortag.

Wird Dividende erhöht?

Der Börsenhöhenflug der BKW hat indirekt auch Auswirkungen auf den Kanton Bern, der 52,54 Prozent der Aktien besitzt und somit Mehrheitseigner ist. Dieses Portfolio ist seit dem gestrigen Tag 2,28 Milliarden Franken wert, auch der Kanton Bern ist also über Nacht um 170 Millionen Franken reicher geworden. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren betrug der Marktwert des kantonalen Aktienpakets am Berner Energieriesen noch 750 Millionen Franken.

Nachdem der Grosse Rat den Regierungsrat vor vier Monaten damit beauftragt hat, abzuklären, was eine mögliche Aufspaltung des Konzerns für Auswirkungen hätte, gewinnt diese theoretische Zahl an Gewicht. Würde der Kanton Bern seine BKW-Aktien heute veräussern, könnte er sich eine goldene Nase verdienen.

Allerdings spült die BKW in Form von Dividenden bereits jährlich Millionen in die Kantonskasse. Seit die Dividende 2017 erneut erhöht wurde, beträgt die jährliche Auszahlung an den Kanton rund 50 Millionen. Nun kann sogar spekuliert werden, ob die Dividende aufgrund des höheren Gewinns bereits zum vierten Mal innerhalb von neun Jahren angehoben wird.

Was passiert mit dem Lohn?

Trotz dieses Geldsegens stand die BKW in der kantonalen Politik zuletzt auch wegen des 2-Millionen-Franken-Salärs von Konzernchefin Suzanne Thoma in der Kritik. Neben den Geschäftszahlen wird am 18. März zu reden geben, ob die BKW ihre Vergütungen dem politischen Gegenwind angepasst hat. Der Regierungsrat bezeichnete die Entwicklung der BKW-Kadersaläre jüngst «als problematisch».

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