Bezahlen per Handy: Der Test bei Manor

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Seit heute kann man in den Manor-Warenhäusern mit dem Smartphone seine Einkäufe bezahlen. Bernerzeitung.ch/Newsnetz hat das System getestet.

Einkaufen per Handy: Anstelle der Manor-Kreditkarte kann nun das Smartphone eingesetzt werden.
Jan Derrer@JanDerrer
Olivia Raths@tagesanzeiger

Manor hat heute Montag als erster Detailhändler in der Schweiz das Bezahlen per Smartphone eingeführt. Dies, nachdem ein Testlauf in Basel durchgeführt worden war. Das mobile Bezahlen ist nun in 50 Manor-Filialen möglich, bis Ende Oktober auch in allen restlichen im Land. Ebenso bieten die Zweigstellen der Baumarktkette Jumbo diese Form der Bezahlung an. Jumbo gehört wie Manor zur Maus Frère Gruppe und akzeptiert darum die Manor-Karte.

Wer eine solche Karte besitzt, kann die App «Manor Mobile Card» auf einem Apple oder Android-Handy installieren und sich registrieren. Sobald das Benutzerprofil eingerichtet ist, kann man die Manor-Karte zu Hause lassen. Will man mit dem Handy bezahlen, wird ein Strichcode generiert, der nur einmalig für die Zeit des Zahlungsvorgangs gültig ist. Gemäss Manor kann er weder vervielfältigt noch manipuliert werden und enthält keine persönlichen Kundendaten. Kostet der Einkauf mehr als 40 Franken, muss der Kunde zudem seinen PIN-Code eingeben. Die Abrechnung funktioniert wie üblich: Die Kunden erhalten Ende Monat eine Rechnung, die alle Einkäufe auflistet.

Kunden noch skeptisch

Beim Selbstversuch in der Filiale an der Zürcher Bahnhofstrasse stolpern wir anfangs fast über die Registrierung. Danach funktioniert die Bezahlung (siehe Video) aber praktisch reibungslos. Einzig der Scanner der Kassierin hat beim einen Versuch Mühe, den Strichcode zu scannen. Möglich, dass es an der Helligkeit des Handybildschirms liegt.

Eine an der Kasse wartende Mutter mit zwei kleinen Kindern kann sich nicht vorstellen, künftig per Handy ihre Manor-Einkäufe zu bezahlen. «Das Einrichten der App und des Benutzerkontos auf dem Handy stelle ich mir aufwendig vor», sagt sie gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnetz. «Mit Bargeld oder Karte ist das Bezahlen wohl einfacher und unkomplizierter.» Eine andere junge Manor-Kundin besitzt gar kein Smartphone. Sie findet die neue Bezahltechnologie «suspekt» und fürchtet um die Datensicherheit. Am liebsten bezahlt sie bar, «denn auch bei der Kreditkarte besteht ein gewisses Missbrauchsrisiko».

Bezahlung per Handy auch bald bei Coop, Migros und Valora?

Swisscom plant ebenfalls die Einführung eines mobilen Portemonnaies mit dem Namen Tapit, auf Deutsch «Tipp es an». Das Telekomunternehmen führt in diesem Jahr mit Partnern wie Coop, Migros und Valora Tests durch. Lanciert werden soll das System im Jahr 2014. Einen genauen Zeitpunkt nennt Swisscom auf Anfrage nicht. «Tapit wird erst vermarktet, wenn Benutzererlebnis und Qualität des gesamten Ökosystems stimmen, an dem sich beispielsweise auch Finanzdienstleister und der Einzelhandel beteiligen», sagt Sprecher Carsten Roetz gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnetz.

Die aktuellen Tests verlaufen laut Roetz erwartungsgemäss. Auch Coop-Sprecher Urs Meier sagt auf Anfrage: «Wir sind nahe an einer zuverlässigen Lösung.» Punkto Sicherheit hat man bei Swisscom keine Bedenken: «Das Bezahlen mit dem Handy soll mindestens so sicher sein wie die herkömmliche Zahlung mit der Kreditkarte. Bei unseren Tests haben wir bislang keine Sicherheitslücke festgestellt, die diesem Anspruch im Wege steht», so der Swisscom-Sprecher. Urs Meier von Coop betont ebenfalls: «Bei uns hat die Sicherheit für den Kunden oberste Priorität. Deshalb setzen wir auf sogenannte EFT-Terminals der allerjüngsten Generation. Die Umrüstung auf diese wird in allen Coop-Formaten voraussichtlich im Mai 2014 abgeschlossen sein.»

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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