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Bei der Lufthansa wird morgen gestreikt

Lufthansa-Passagiere müssen morgen mit massiven Verspätungen und Flugausfällen rechnen. Die Flugbegleiter der Airline wollen erstmals ihre Arbeit niederlegen. Welche Flughäfen betroffen sind, ist noch unklar.

Der Lufthansa droht ein Millionenverlust: Reisende warten am Flughafen in München.
Der Lufthansa droht ein Millionenverlust: Reisende warten am Flughafen in München.
Keystone

Jetzt wird es ernst für die Lufthansa und ihre Passagiere: Die Flugbegleiter bei Deutschlands grösster Fluggesellschaft wollen am Freitag erstmals die Arbeit niederlegen. Das bestätigte der Chef der Gewerkschaft UFO, Nicoley Baublies, heute auf DAPD-Anfrage.

«Der morgige Freitag wird der erste Tag sein, an dem konkret gestreikt wird», hiess es auf der UFO-Internetseite. Damit drohen Lufthansa-Passagieren massive Verspätungen und Flugausfälle. Die Airline muss mit Millionenverlusten rechnen.

Ausmass unklar

Welche Airports konkret von den Arbeitsniederlegungen betroffen sein werden, teilte die Gewerkschaft nicht mit. «Das ist so gewollt», erklärte Baublies. Dadurch solle verhindert werden, dass die Lufthansa «zu viele Möglichkeiten hat, Streikverhinderungsmassnahmen zu treffen».

Auch über das zu erwartende Ausmass des Streiks machte er keine genauen Angaben, sondern sagte lediglich: «Wir werden sicher nicht sofort zwei Drittel aller Flughäfen in Deutschland bestreiken, aber ob es ein, zwei oder drei sein werden, lassen wir offen.» Die UFO-Mitglieder und die Lufthansa würden wie ankündigt mit einer Vorlaufzeit von sechs Stunden über den Beginn des Streiks informiert. Dies geschehe «im Interesse unserer Gäste», sagte Baublies. Passagiere sollten auf diese Weise rechtzeitig erfahren, ob sich die Fahrt zum Flughafen lohne oder nicht.

«Auf dem Rücken der Passagiere»

Die Lufthansa zeigte sich von der Ankündigung und der Informationspolitik der Gewerkschaft wenig überrascht. «Das ist nichts, was wir von anderen Streiks nicht schon kennen würden», sagte Lufthansa-Sprecher Jan Bärwalde auf DAPD-Anfrage. «Schade ist nur, dass das nun auf dem Rücken unserer Passagiere ausgetragen wird.»

Es werde in jedem Falle mit «Verspätungen und Behinderungen» zu rechnen sein, erklärte der Sprecher. Wie gravierend diese ausfallen würden, sei mangels genauer Informationen derzeit schwer abzuschätzen. «Wir haben seit einiger Zeit Notfallpläne in der Schublade», sagte er. Denkbar sei etwa, dass Regionalpartner wie die Tochtergesellschaft Germanwings vermehrt in die Bresche sprängen, um die Streikfolgen abzumildern. Deren Schwere richte sich unter anderem nach dem Ort des Streiks.

Dort, wo das Desaster begann

In der offiziellen Mitteilung gibt die Gewerkschaft der Öffentlichkeit buchstäblich Rätsel auf: «Jetzt möchten wir nur verkünden, dass der eine oder andere überrascht sein wird, da der Streik an dem Ort stattfinden wird, wo auch die Verantwortung für das derzeitige Lufthansa-Desaster begann», heisst es darin. Damit könnte Berlin gemeint sein, wo die Lufthansa erstmals Leiharbeiter zur Betreuung von Passagieren eingesetzt hat. Möglicherweise bezieht sich diese Aussage aber auch auf den Hauptstandort Frankfurt oder den Unternehmenssitz in Köln.

UFO hatte am Dienstag die Tarifgespräche mit der Fluglinie unter anderem wegen deren starren Haltung beim Thema Leiharbeit für gescheitert erklärt und zu dem Ausstand aufgerufen.

dapd/wid

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