BDG stellt jetzt die Kunden in den Mittelpunkt

Gstaad

Die Gstaader Bergbahnen präsentierten den Gemeinden ihr neues Strategiepapier. Im darin enthaltenen Leitbild steht auch geschrieben, dass der Kunde der Massstab für die künftige Geschäftstätigkeit darstelle.

Das neue Strategiepapier sei ein Leitbild, das den Gstaader Bergbahnen bisher gefehlt habe, sagte Verwaltungsratspräsident Bruno Kernen.

Das neue Strategiepapier sei ein Leitbild, das den Gstaader Bergbahnen bisher gefehlt habe, sagte Verwaltungsratspräsident Bruno Kernen.

(Bild: zvg)

Marius Aschwanden

Eine Trendwende markiere das neue Strategiepapier der Bergbahnen Destination Gstaad AG (BDG). So jedenfalls wird Bahndirektor Armon Cantieni in einer Medienmitteilung von gestern zitiert. Das bereits seit längerem angekündigte Papier wurde am Mittwoch den Hauptaktionären vorgestellt – den Gemeinden im Gebiet Gstaad Mountain Rides. Der Öffentlichkeit hingegen steht das 53-seitige Papier auch auf Nachfrage noch nicht zur Verfügung. «Zuerst haben jetzt die Gemeinden die Möglichkeit, die Strategie und die ihr zugrunde liegenden Zahlen zu prüfen und zu besprechen», sagt Verwaltungsratspräsident Bruno Kernen dazu.

Gemäss der Medienmitteilung würde die neue Strategie neben den notwendigen Investitionen in die Infrastruktur «schwergewichtige Softfaktoren wie kundenorientierte Massnahmen, Marketing und Qualitätssicherung» beinhalten. Dies sei ein «grundsätzlich neuer Ansatz». Im gescheiterten Konzept Konzentration seien die Entwicklung des Marktes und die Kundenwünsche nicht ausreichend berücksichtigt worden. Das neue Papier beinhalte demzufolge auch ein erstmaliges Leitbild. Darin verspricht die BDG, dass der Kunde der Massstab für die künftige Geschäftstätigkeit darstelle.

Verpachtungen geplant

Zudem sind gemäss Kernen in der neuen Strategie die anstehenden Projekte von 2014 bis 2019 sowie deren Finanzierbarkeit dargelegt. «Ebenfalls enthalten ist eine Vision für die Jahre bis 2035», so Kernen. Diese werde aber auf der Basis der tatsächlichen Entwicklungen jeweils wieder zur Diskussion gestellt. In den nächsten fünf Jahren setzen Verwaltungsrat und Geschäftsleitung auf eine Angebotsdifferenzierung auf den einzelnen Bergen: So soll der Sektor Ost als Familienausflugsziel positioniert werden.

Der Sektor West werde in Richtung Genusserlebnis weiterentwickelt. Die Berge Rellerli und Wispile würden das Unternehmen jedoch vor grosse Herausforderungen stellen: «Hier gilt es, den Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und den Wünschen der Bevölkerung und Feriengäste zu meistern», steht in der Mitteilung. Die Suche nach tragfähigen Lösungen sei derzeit am Laufen, sagt Kernen.

Bei der Gastronomie werde durch Verpachtung der Berghäuser eine Professionalisierung im Angebot angestrebt. Erste Gespräche mit interessierten Gastronomen hätten bereits stattgefunden.

Steuerungsausschuss inaktiv

Grundlage für das erarbeitete Strategiepapier ist die Vorarbeit, die im vergangenen Jahr durch den Steuerungsausschuss geleistet wurde. Im Dezember wurde diese der Bevölkerung vorgestellt, inklusive der drei Entwicklungsvarianten «Fokus light», «Fokus» und «Vision» (wir berichteten). Je nach Konzept umfassten diese bis 2024 Investitionen zwischen 140 und 263 Millionen Franken.

«Die neue Strategie basiert mehrheitlich auf den Konzepten Fokus und Vision», sagt Kernen. Über die anstehenden Investitionskosten gemäss neuer Strategie will Kernen aber noch nichts sagen. Die Finanzierung werde jedoch eine grosse Herausforderung darstellen und im Wesentlichen von der Zustimmung der einzelnen Gemeinden abhängen.

Dies weiss auch Aldo Kropf: «Ich habe bereits im Dezember gesagt: Das, was realisiert werden kann, ist das, was finanzierbar ist», sagt der Gemeindepräsident Saanen und Chef des Steuerungsausschusses. Deshalb seien nun die jeweiligen Gemeinderäte aufgefordert, die neue Strategie und die Finanzierbarkeit zu prüfen. Anschliessend werde ein neues Treffen stattfinden. Der Steuerungsausschuss selber sei daher zurzeit inaktiv. Kropf: «Falls es aber irgendwann nötig sein sollte, kann dieser wieder aktiviert werden.»

Berner Oberländer

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