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Bankdaten zum Kauf angeboten – drei Jahre Haft

Ein Hyposwiss-Angestellter wollte von einem Machtkampf zwischen russischen Oligarchen profitieren und dazu Bankdaten entwenden. Doch der Bund kam ihm auf die Schliche und stellt ihn nun vor Gericht.

Wird mit 32'500 Franken entschädigt: Die Hyposwiss Privatbank in Zürich. (Archivbild)
Wird mit 32'500 Franken entschädigt: Die Hyposwiss Privatbank in Zürich. (Archivbild)
Keystone

Ein ehemaliger Mitarbeiter der Hyposwiss Privatbank soll am Donnerstag wegen Datendiebstahl vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona TI erscheinen. Die Bundesanwaltschaft (BA) und der Angeklagte haben sich bereits auf eine teilbedingte Gefängnisstrafe von drei Jahren geeinigt.

Das Gericht muss dieser Vereinbarung am Donnerstag in einem abgekürzten Verfahren noch zustimmen. Vorgesehen ist, dass der Beschuldigte ein Jahr der Haftstrafe absitzen muss. Dieser hat bereits zugestimmt, die Zivilansprüche der Hyposwiss Privatbank von 32'500 Franken anzuerkennen.

Der Datendiebstahl geht auf die Jahre 2010 bis 2012 zurück und steht im Zusammenhang mit dem damaligen Machtkampf zwischen zwei russischen Oligarchen um den weltgrössten Nickelproduzenten Norilisk Nickel. Der angeklagte Ex-Bankmitarbeiter wollte aus Geldwäschereivorwürfen seitens des Oligarchen Oleg Deripaska Profit ziehen.

Daten angeboten

Der russische Unternehmer hatte wegen einer angeblich dubiosen Aktientransaktion seines Gegenspielers Vladimir Potanin bei der BA Anzeige gegen mehrere Personen erstattet. Von den Vorwürfe – die später abgewiesen wurden – war auch die Hyposwiss betroffen. Der Bankmitarbeiter begann gezielt, Datenbanken zu durchsuchen, als er durch Medienberichte davon erfuhr.

Dem Schweizer Anwalt von Oleg Deripaska bot er im Januar und Februar 2012 anonym Informationen über Finanzflüsse in Bezug auf Vladimir Potanin an. Für die Daten forderte er zwei Millionen Franken. Zum Schein ging der Anwalt auf das Geschäft ein. In Wirklichkeit informierte er die BA, die den Beschuldigten in die Falle laufen liess.

Der geständige Ex-Bankmitarbeiter, ein Schweizer, wurde am 16. Februar 2012 festgenommen. Einen Monat verbrachte er in Haft. Er muss sich wegen qualifizierten wirtschaftlichen Nachrichtendienstes, Verletzung des Geschäftsgeheimnisses und Verletzung des Bankgeheimnisses verantworten.

SDA/fko

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