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Auch der Chefjurist von Tesla hat die Nase voll

In Elon Musks Firma brodelt es gewaltig an der Personalfront. Nun hat der prominente Leiter der Rechtsabteilung nach 60 Tagen seinen Job quittiert.

Launisch, schwierig, exzentrisch: Unter Elon Musks chaotischer Führung gibt sich das Kader die Türklinke in die Hand. (17. September 2018)
Launisch, schwierig, exzentrisch: Unter Elon Musks chaotischer Führung gibt sich das Kader die Türklinke in die Hand. (17. September 2018)
Chris Carlson (AP), Keystone

Elon Musk gilt als exzentrischer, schwieriger und launischer Chef. Das wirkt sich offenbar auf die Unternehmenskultur in seiner Firma aus. Die Belegschaft bei Tesla kommt und geht – erst recht in den Kaderpositionen. Am Mittwoch informierte der US-Elektroautobauer, dass Dane H. Butswinkas das Unternehmen verlassen werde. Der in seiner Heimat prominente Anwalt führte die Rechtsabteilung – und das ganze zwei Monate lang.

Butswinkas ist nun der zweite Topmanager, der innert zweieinhalb Wochen überraschend und vorzeitig seinen Abgang bei Tesla macht. Am 30. Januar verliess Finanzchef Depaak Ahuja die Firma. Der Exodus von Kadermitgliedern unter Musk ist enorm. Gemäss der internationalen Nachrichtenagentur Reuters hat Tesla seit Beginn des Jahres 2016 mehr als 40 Topmanager verloren. Eine solche Personalfluktuation ist selbst in den USA, wo teilweise immer noch nach dem Prinzip «hire and fire» – (anstellen und entlassen) – gearbeitet wird, ungewöhnlich hoch.

Nach zwei Monaten genug vom Chef: Anwalt Dane H. Butswinkas. (dbutswinkas.wc.com)
Nach zwei Monaten genug vom Chef: Anwalt Dane H. Butswinkas. (dbutswinkas.wc.com)

Der Abgang des Chefjuristen ist insofern bemerkenswert, als er 24 Stunden nach in Wirtschaftskreisen viel beachteten Twitter-Ankündigungen von Musk bekannt wurde. Auf dem sozialen Netzwerk liess der Tesla-Boss ein ambitiöses Produktionsziel verlauten. Darin stand, dass die Firma 500’000 Autos im Jahr 2019 herstellen werde. Das sind 100’000 mehr als bei seiner Vorhersage vor drei Wochen.

Der Boss und seine Tweets

Vier Stunden später korrigierte Musk seinen ersten Tweet und schraubte die Anzahl Wagen nach unten – auf 400’000 Elektroautos. Die «New York Times» (NYT) hält fest, dass diese Ankündigungen Musks Fragen aufwerfen, welche Übereinkunft der Tesla-Chef mit der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) überhaupt getroffen habe. Der Boss hatte mit seinen launenhaften Aussagen seiner Firma hektische Zeiten beschert. Nach seinem Tweet 2018, er werde Tesla von der Börse nehmen, folgte eine Klage der Börsenaufsicht. Die SEC kündigte damals neben persönlichen Sanktionen zudem an, dem Tesla-Chef künftig auf die Finger zu schauen.

Rebecca Lindland, Herausgeberin von Rebeccadrives.com, einem Fachportal, das sich mit Themen der Autoindustrie beschäftigt, glaubt, dass es kein Zufall ist, «dass der Leiter der Rechtsabteilung das Unternehmen nach einem Tweet verlässt, dessen Inhalt offenbar die Vereinbarung mit der SEC bricht». Lindland stellt in der NYT zudem infrage, ob der Verwaltungsrat des Unternehmens die Vereinbarung mit der Börsenaufsicht auch befolge.

Es ist nicht das erste Mal, dass Vorhersagen und effektives Resultat in der Tesla-Produktion auseinanderklaffen. Schon vor einem Jahr gab Musk als Ziel an, dass sein Unternehmen 500’000 Autos herstellen werde. Ende Dezember 2018 seien es dann 245’000 Elektrowagen gewesen, erinnert die NYT.

«Die Menschen sind ihm wichtig»

Tesla ist in aller Munde, und das nicht unbedingt positiv. Musks oft spontane und provokative Aktionen führen nicht selten zu Berg-und-Tal-Fahrten der Aktie. Und die Abgänge von zahlreichen Führungskräften in seiner Firma dürften ebenso auf die Stimmung der Anleger schlagen.

Die Personalpolitik des Tesla-Chefs wird viel kritisiert, nicht nur in den Medien. Nichtsdestotrotz erklärte ein Firmensprecher vor Weihnachten dem US-Portal «Quartz»: Interne Debatten würden bei Tesla nicht unterdrückt, Angestellte seien nicht ohne Grund entlassen worden. «Die Menschen, mit denen er arbeitet, sind Elon sehr wichtig.»

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