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Argentiniens Verzweiflungstat

Die argentinische Regierung kämpft gegen den stärksten Währungszerfall der letzten zwölf Jahre. Die angekündigten Massnahmen wirken laut Ökonomen nur kurzfristig – bestenfalls.

Sandro Benini
Schlechte Aussichten für die argentinische Wirtschaft: Eine Frau geht in Buenos Aires an einer Wechselstube vorbei.
Schlechte Aussichten für die argentinische Wirtschaft: Eine Frau geht in Buenos Aires an einer Wechselstube vorbei.
AFP

Überraschend hat die argentinische Regierung gestern angekündigt, ab Montag die Devisenkontrollen zu lockern. Die Massnahmen gaben Kabinettschef Jorge Capitanich und Wirtschaftsminister Axel Kiciloff bei einer Pressekonferenz bekannt. Ökonomen werten den Entscheid als Verzweiflungstat und als Anzeichen, dass sich die wirtschaftliche und finanzielle Lage im südamerikanischen Land rapide verschlechtert. Von Mittwoch auf Donnerstag war der argentinische Peso nach offiziellem Wechselkurs gegenüber dem amerikanischen Dollar zeitweise um 20 Prozent eingebrochen, was die Zentralbank zu Stützungskäufen im Umfang von 100 Millionen Dollar veranlasste. Noch nie seit dem Staatsbankrott 2002 hatte die einheimische Währung binnen so kurzer Zeit derart dramatisch an Wert verloren. Auf dem Schwarzmarkt kostete der Dollar kurzfristig gar über 13 argentinische Pesos, 63 Prozent mehr als gemäss offiziellem Kurs.

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