Airline-Streit: Helvetic luchst Skywork griechische Badeorte ab

Die Berner Airline Skywork ist im Sinkflug: Das Unternehmen kippt Destinationen aus dem Sommerflugplan 2013. Die Konkurrentin Helvetic Airways hingegen baut aus. Bald kommt gar ein neues Flugzeug nach Bern.

Nach der Fokker 100 will Helvetic Airways neu auch mit einem Airbus A319 ab Ben-Belp fliegen.

Nach der Fokker 100 will Helvetic Airways neu auch mit einem Airbus A319 ab Ben-Belp fliegen.

(Bild: Susanne Keller)

Dominik Balmer@sonntagszeitung

Mit Superlativen geizte man in der Vergangenheit bei Skywork nicht: Im August kündete die Berner Airline an, im Sommer 2013 würden 34 Destinationen ab dem Flughafen Bern-Belp angeflogen. Das sei «Angebotsrekord». Im Oktober doppelte Skywork nach: Airline-Chef Tomislav Lang sagte gemäss einer Mitteilung, es gebe immer noch Luft nach oben. Den Ausbau des Sommerflugplans 2013 bekräftigte er. Und er sagte, man befinde sich «weiterhin im Aufwind».

Das stimmt heute nur noch bedingt: Wie Skywork gestern auf Anfrage bestätigte, wurde der Sommerflugplan 2013 nachträglich ausgedünnt. Aktuell stehen nur noch 29 Destinationen auf der Liste. Nicht mehr anbieten will Skywork primär die griechischen Badeorte. Gekippt hat die Airline die Destinationen Kreta, Santorini, Mykonos und Zakynthos. Zudem fliegt die Airline auch nicht mehr nach Malta. Laut Skywork werden die griechischen Destinationen Thessaloniki und Parga/Lefkada (Preveza) hingegen auch im Sommer 2013 angeboten.

Helvetic mit neuem Flugzeug

Ein Skywork-Sprecher begründete den Abbau gestern lediglich mit den Worten: «Das ist kommerzieller Natur.» Ein weiterer Abbau sei derzeit aber nicht geplant. Zudem betonte er, die Skywork-Flotte behalte alle sieben Flugzeuge. Im Gegenzug will die Gesellschaft bestehende Destinationen mit höherer Frequenz bedienen. Skywork fliegt aktuell mit vier Flugzeugen des Typs Dornier (31 Plätze) sowie mit drei Flugzeugen des Typs Dash-Turboprop (72 Plätze).

Erstaunlich ist allerdings, dass die Konkurrenz das Angebot nach Griechenland ab Bern-Belp mit dem Sommerflugplan 2013 gross ausbaut: An einer Medienkonferenz präsentierte die Spitze der Helvetic Airways gestern ihre Pläne. Bisher bediente die Zürcher Airline, die seit 2011 ab Bern fliegt, die griechischen Destinationen Zakynthos, Kreta und Kos. Ab Sommer soll neu auch Rhodos dazukommen. Zudem will Helvetic auch von Bern-Belp aus ab Frühling 2013 ein grösseres Flugzeug einsetzen: einen Airbus 319. Die Maschine bietet rund 140 Plätze. Bislang ist Helvetic mit sechs Fokkern unterwegs – diese fassen je 100 Passagiere. Teilweise bietet Helvetic die Flüge als Charter gemeinsam mit dem Reisekonzern Kuoni an. Kuoni-Vertreter Roger Zintl sagte gestern vor den Medien, dass die Berner mit Kuoni am liebsten nach Griechenland fliegen würden. «Für Mittelmeerbadeferien ist Bern unser wichtigster Flughafen.»

Eine Kampfansage?

Im Wissen um den Abbau bei Skywork klingen die Worte Zintels wie eine Kampfansage. Der Skywork-Sprecher betonte allerdings: Der Entscheid für den Abbau sei zwar erst in den vergangenen Tagen gefallen. «Mit dem neuen Angebot von Helvetic hat er aber nichts zu tun.»

Ungeschoren kommt übrigens auch Helvetic nicht davon. Wegen politischer Wirren fliegt die Airline nicht mehr nach Nordafrika.

Berner Zeitung

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