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ABB mit deutlichem Gewinnrückgang

Der Schweizer Elektrotechnikkonzern leidet unter den Spätfolgen der Wirtschaftskrise. Trotz eines starken Schlussquartals hat das Unternehmen 2010 deutlich weniger verdient.

Volle Konzentration: Ein Spezialist bei der Arbeit in der Halbleiterproduktionshalle der ABB.
Volle Konzentration: Ein Spezialist bei der Arbeit in der Halbleiterproduktionshalle der ABB.
Keystone

Der Umsatz von ABB schrumpfte um 1 Prozent, der Reingewinn tauchte wegen Preisdrucks um 12 Prozent auf 2,56 Milliarden Dollar. Der Auftragseingang nahm hingegen wieder zu und lag mit 32,7 Milliarden Dollar um 6 Prozent über dem Vorjahreswert, wie ABB am Donnerstag mitteilte. Die Nachfrage nach frühzyklischen Produkten von den Industrie- und Versorgungskunden habe sich belebt, erklärte Konzernchef Joe Hogan.

Auch das Umsatzwachstum habe sich im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal beschleunigt, begünstigt durch die rege Industrienachfrage nach Energieeffizienz und Produktivitätssteigerungen. Der Absatz von Standardprodukten für die Energieübertragung sei dagegen auf niedrigem Niveau geblieben.

Der Gewinn kletterte im Schlussquartal um satte 30 Prozent auf 700 Millionen Dollar. Der Umsatz nahm von Oktober bis Dezember um 5 Prozent auf rund 9,2 Milliarden Dollar zu. Im Gesamtjahr ging er um 1 Prozent auf 31,6 Milliarden Dollar zurück, in Landeswährungen resultierte ein Rückgang um 2 Prozent.

Sparrunde und Dividendenerhöhung

Das bisherige Kostensenkungsprogramm sei abgeschlossen und die Kosten damit gegenüber dem Jahr 2008 nachhaltig um 3 Milliarden Dollar gedrückt worden, hiess es am Donnerstag weiter. Für 2011 plant ABB weitere Kosteneinsparungen von 1 Milliarden Dollar.

Trotz der Sparmassnahmen und des deutlichen Gewinnrückgangs will ABB die Dividende gegenüber dem Vorjahr von 51 auf 60 Rappen erhöhen. Auch ABB nutzt das neue Schweizer Steuerrecht und greift für die Ausschüttung auf die Reserven des Eigenkapitals zurück, womit die Dividende nicht der Verrechnungssteuer unterliegt.

Einen Druck von den Aktionären, die Barmittel von ABB für weitere Akquisitionen oder zur Rückführung an die Aktionäre zu verwenden, verspürt Hogan nicht, wie er in einem Interview beim Fernsehsender CNBC sagte. ABB geht davon aus, dass der Preisdruck noch einige Quartale anhält. Der Konzern erwartet aber für 2011 in allen Regionen eine weitere Belebung der Nachfrage, insbesondere in Schwellenländern.

Aktie startet im Minus

Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns lagen zur Eröffnung der Börse 1,5 Prozent im Minus. Um 9.50 Uhr betrug der Verlust 2,1 Prozent, die Papiere kosteten 22,69 Franken. Das Ergebnis von ABB entsprach in etwa den Erwartungen der Marktbeobachter. Einzig der Betriebsgewinn (Ebit) lag etwas hinter dem Analystenkonsens, aber immer noch klar innerhalb der erwarteten Bandbreite. Gemäss Händleraussagen hatte sich der Markt im Vorfeld der Ergebnispräsentation möglicherweise etwas mehr erhofft.

SDA/jak

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