Zürcher Konzern will Lacroix-Fabrik verkaufen

Die DKSH sucht für die Uhrenmanufaktur im Jura einen Käufer. Es werde keine Entlassungen geben.

Die Handelsfirma informierte die 200 Angestellten über die Verkaufsabsichten: Wegweiser zur Uhrenfirma Maurice Lacroix in Saignélegier (JU). (22.10.2013)

(Bild: Keystone Christian Beutler)

Der internationale Handelskonzern DKSH (Diethelm Keller Siber Hegner) will die Produktion von Uhren und weiteren Luxusgütern abstossen. Die schwächere Nachfrage in Asien und der starke Franken führten zu Verlusten in dieser Sparte.

Betroffen davon ist unter anderem die Uhrenmanufaktur Maurice Lacroix in Saignelégier (JU). DKSH-Chef Jörg Wolle sagte den knapp 200 Angestellten von Maurice Lacroix, es werde keine Massenentlassung geben. Das Geschäft werde «normal weitergeführt, wir schauen uns einfach nach einem neuen Eigentümer um».

DKSH hält seit 2008 die Vertriebsrechte von Maurice Lacroix in Asien und übernahm 2011 die Mehrheit an der jurassischen Uhrenmarke. Zudem wurde eine Gesellschaft mit der Freiburger Zino Davidoff gegründet für die Vermarktung und den Vertrieb von deren Luxusuhren, Lederwaren und Accessoires in Asien. Diese Kooperation wird nun aufgelöst, wie Wolle in einer Telefonkonferenz ausführte.

Schwächere Nachfrage sorgt für Verluste

Auch die Bieler Uhrenmarke Glycine soll einen neuen Besitzer erhalten. Zu Umsätzen und Preisvorstellungen für die zum Verkauf stehenden Firmen wollte sich Wolle nicht äussern. Er zeigte sich aber zuversichtlich, sei DKSH doch schon in den letzten Jahren verschiedentlich darauf angesprochen worden.

Gründe für die Trennung seien die kontinuierlich schwächere Nachfrage im Luxusgütergeschäft in Asien (insbesondere in China, Hongkong und Thailand), die anhaltende Branchenkonsolidierung und der starke Franken. Nach Jahren mit überdurchschnittlicher Profitabilität führten diese Effekte im ersten Semester 2015 im Luxusgütergeschäft zu einem Verlust von rund 10 Millionen Franken.

Interesse an Gesundheitsprodukten steigt

Wolle stellte für 2015 ein Wachstum im Rahmen der Mittelfristziele in Aussicht, also 8 Prozent mehr Umsatz und einen um 10 Prozent höheren Betriebsgewinn (Ebit). Trotzdem notierte die DKSH-Aktie gegen Mittag einen Kursverlust von 4,8 Prozent. Gegen Abend erholte sich die Aktie wieder teilweise und schloss mit einem Minus von 2,3 Prozent.

Das Unternehmen mit rund 750 Niederlassungen – 720 davon in Asien – und 27'837 Angestellten erzielte einen Ebit von 139,5 Millionen Franken. Das sind 6,2 Prozent mehr als im ersten Semester 2014. Unter dem Strich kletterte der Gewinn zweistellig, nämlich um 15,5 Prozent auf 105,9 Millionen Franken.

Das Geschäft mit Luxusgütern und Uhren-Eigenmarken belastete aber die Konsumgütersparte. Hier brach der Ebit um 26,9 Prozent ein. Besser lief es dagegen insbesondere in der grössten Geschäftseinheit Healthcare, steigt doch die Nachfrage nach Gesundheitsprodukten wegen der wachsenden Mittelschicht in Asien.

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