VW-Arbeiter in Tennessee lehnen Betriebsrat ab

Die Belegschaft im Volkswagen-Werk Chattanooga lässt sich auch weiterhin nicht durch die Automobil-Gewerkschaft UAW vertreten. An den Diskussionen im Vorfeld beteiligte sogar das Weisse Haus.

Die Mitarbeiter wurden hart umkämpft: VW-Werk in Chattanooga. (15. Februar 2014)

(Bild: Reuters)

Die Beschäftigten des Volkswagen-Werks im US-Bundesstaat Tennessee haben es abgelehnt, sich durch die Automobil-Gewerkschaft UAW vertreten zu lassen. In einer Abstimmung im Werk Chattanooga votierten sie mit 712 zu 626 Stimmen gegen ein entsprechendes Vorhaben.

Der Konzern verhielt sich in der Abstimmung neutral, wie der Wahlleiter am Freitagabend mitteilte. VW lässt in dem Werk vor allem den Passat bauen. Die Abstimmungsniederlage dürfte dem Ansehen der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) weiteren Schaden zufügen. Seit 1979 ging die Zahl ihrer Mitglieder um 75 Prozent auf jetzt noch knapp 400'000 zurück.

Die Arbeiter hatten zu entscheiden, ob sie künftig von der UAW bei Tarifverhandlungen vertreten werden sollen und damit einen Betriebsrat nach deutschen Vorbild schaffen wollen. Das Vorhaben stiess auf erbitterten Widerstand der örtlichen Republikaner und konservativer Gruppen.

Ein UAW-Erfolg hätte nach ihrer Ansicht dem Wirtschaftswachstum in Tennessee geschadet. Der republikanische Senator Bob Corker hatte gesagt, VW werde ein neues Modell in dem Werk bauen lassen, wenn die Beschäftigten gegen einen Betriebsrat stimmten. VW hat dies dementiert. US-Präsident Barack Obama warf den Republikanern einen Angriff auf Arbeitnehmerrechte vor.

Die UAW versuchte zuletzt 2001, Arbeiter in einem grossen Werk eines ausländischen Herstellers zu vertreten. Die Beschäftigten am Nissan-Standort Smyrna in Tennessee entschieden sich damals ebenfalls dagegen. In den US-Südstaaten werden Gewerkschaften traditionell eher kritisch gesehen.

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