Thuner Ingenieure entwickeln neue Ablänganlage für Drähte

In Fachkreisen sind die Walzwerke der Thuner Firma Roder Engineering AG schon länger bekannt. Nun haben Rudolf und Toni Roder ihr Angebot mit einer Ablänganlage ergänzt, die an einer Messe in Deutschland erstmals präsentiert wurde.

Freude über die neue Entwicklung: Toni Roder präsentiert an einer deutschen Fachmesse die neue Ablänganlage.

Freude über die neue Entwicklung: Toni Roder präsentiert an einer deutschen Fachmesse die neue Ablänganlage.

(Bild: zvg)

Sie walzen Draht dünner als Engelshaar und aus edelsten Materialien. Ihre Walzwerke stehen in Uhrenmanufakturen und finden in der Medizinaltechnik Absatz. Mit einer Ablänganlage zum Schneiden dieser Feinstdrähte sei nun der nächste Entwicklungsschritt erfolgt, schreibt die Roder Engineering AG in einer Medienmitteilung. Kürzlich wurde die neue Maschine an der Fachmesse Wire in Düsseldorf erstmals einem grossen Publikum präsentiert.

Einsatz in Uhrenbranche

«Diese Gesamtlösung stiess auf reges Interesse», sagt Geschäftsführer Toni Roder. Einige grosse Firmen der Uhrenbranche hätten bereits Interesse an der innovativen Ablänganlage gezeigt. Namen könne er aus Diskretionsgründen nicht nennen. «Bereits heute gehört die Uhrenindustrie zu unseren Kunden», ergänzt Firmengründer Rudolf Roder auf Anfrage. Bisher habe eine der neuen Anlagen an ein Unternehmen aus der Medizinaltechnik geliefert werden können. «Ich schätze, dass wir in den nächsten zwei bis drei Jahren etwa zehn Maschinen absetzen können», sagt Rudolf Roder.

Vier Angestellte

Die neue Ablänganlage eigne sich sowohl für Rund- und Profildrähte wie auch für Rohre. Der gratfreie Schnitt ermögliche eine Weiterverarbeitung in Spannzangen, und auch Drähte aus Edelmetall könnten dank dem spanlosen Trennen kosteneffizient geschnitten werden.

All diese Vorteile und der schnelle, werkzeuglose Formatwechsel würden die Maschine laut Roder zu einem Meisterstück machen. Denn damit könne Zeit gespart und die Qualität gesteigert werden. «Durch die angepasste Form im Werkzeug können verschiedenste Profile mit minimalsten Deformationen abgelängt werden», erläutert Rudolf Roder, der die Firma 1994 als Einmannbetrieb gegründet hatte. Heute beschäftigt die Firma in ihren Büros beim Lauitor vier Ingenieure.

Auch im Ausland

Hergestellt werden die Maschinen in diversen Partnerfirmen zwischen Thun und Bern. Pro Jahr werden drei bis vier Maschinen ausgeliefert, zu einem grossen Teil auch ins Ausland. Die kleine Thuner Firma hat Kunden in Deutschland, Frankreich und in Singapur. Rudolf Roder beziffert den jährlichen Umsatz auf 1 bis 1,5 Millionen Franken.

Gross ändern werde sich das auch mit der neuen Ablänganlage nicht. «Bei unseren Maschinen handelt es sich um Nischenprodukte», betont Rudolf Roder. Er freut sich jedoch über das jüngste Produkt der Roder Engineering AG: «Es ist uns gelungen, in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit eine Maschine zu entwickeln, die dem Qualitätsgedanken des schweizerischen Sondermaschinenbaus entspricht.»

Thuner Tagblatt

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