Selecta wirft Coca-Cola weitgehend aus Automaten

Mitte April werden die Coca-Cola-Flaschen kleiner, der Preis bleibt aber gleich. Auf diese versteckte Preiserhöhung reagiert nun ein erster grosser Vertreiber.

Wird in Zukunft weniger Coca-Cola-Produkte führen: Selecta-Automat am Bahnhof Wiedikon.

Wird in Zukunft weniger Coca-Cola-Produkte führen: Selecta-Automat am Bahnhof Wiedikon.

(Bild: Reto Oeschger)

Corsin Zander@corsinzander

Die neuen Flaschen von Coca-Cola sind bereits in Produktion. Sie sind zwei Zentimeter kleiner und zwei Millimeter dünner. Vor allem aber fassen sie bloss noch 450 Milliliter Inhalt, statt wie gewohnt 500 Milliliter. Der Preis bleibt aber gleich – dies entspricht einer Preiserhöhung um 11,11 Prozent. Ab Mitte April sollen sie vertrieben werden.

Nun hat Selecta als erster grosser Vertreiber auf die versteckte Preiserhöhung reagiert. Heute Dienstag teilte der Betreiber der Automaten mit, künftig weniger Coca-Cola und dafür mit Pepsi Max eine Alternative anzubieten. Produkte wie Fanta, Sprite oder Mezzo Mix, die ebenfalls von Coca-Cola hergestellt und künftig in kleineren Flaschen ausgeliefert werden, fliegen gar ganz aus dem Sortiment. Selecta wird sie durch Produkte von Sinalco und 7-Up ersetzen.

Keine Parallelimporte

Thomas Nussbaumer, Managing Director von Selecta in der Schweiz, Deutschland und Österreich, sagt in der Mitteilung zum Entscheid: «Das Vorgehen von Coca-Cola können wir nicht akzeptieren: Es ist sowohl gegenüber den Kundinnen und Kunden als auch gegenüber den Vertriebspartnern unfair.» Selecta hat das gesamte Kaltgetränkesortiment neu ausgeschrieben. Coca-Cola künftig aus dem Ausland zu importieren und damit die herkömmlichen Flaschen weiter anzubieten, ist für Selecta offenbar keine Option: «Wenn immer möglich, haben wir Schweizer oder in der Schweiz abgefüllte Produkte gewählt», sagt Nussbaumer.

Coca-Cola will den Entscheid nicht kommentieren und sagt auf Anfrage bloss: «Jedem Händler steht es frei, wie er sein Sortiment gestaltet.» Mit der Verkleinerung der Flaschen nimmt Coca-Cola eine Optimierung der Kosten vor. So wurde das intern kommuniziert, wie Bernerzeitung.ch/Newsnetz bereits im Januar berichtet hat. Gegen aussen hin sagt Coca-Cola jedoch, die Kunden würden sich kleinere Verpackungen wünschen.

1-Liter-Flasche verschwindet

Nicht nur die 500-ml-PET-Flasche wird angepasst, sondern auch die 1-Liter-Flasche. Diese wird in der Schweiz nicht mehr hergestellt und durch eine 750-ml-Flasche ersetzt. Zu welchem Preis, ist noch unklar; der Preis pro Milliliter wird aber auch da höher sein im Vergleich zur 1-Liter-Flasche.

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