Schweizer Skimagazin wird neu in Deutschland gedruckt

Die Auslagerung des Drucks des Schneesportmagazins «Snowactive» verärgert die Druckbranche. Der Skiverband hatte aber keinen Einfluss auf den Entscheid.

Drucken ist eine teure Angelegenheit, zumindest in der Schweiz.

Drucken ist eine teure Angelegenheit, zumindest in der Schweiz.

(Bild: Keystone)

Christoph Hämmann

Der führende Verband der grafischen Industrie, Viscom, kritisiert den Skiverband Swiss-Ski mit Sitz in Muri. Dessen Kommunikationsorgan wird statt in Zofingen neu im Ausland gedruckt, was Viscom sauer aufstösst: «Es steht einem nationalen Verband gut an, die hiesige Industrie zu berücksichtigen», schreibt Viscom in einer Mitteilung.

Max Gerteis, Inhaber der gleichnamigen Druckerei in Zollikofen, haut in die gleiche Kerbe wie Viscom. Bei einem Verband wie Swiss-Ski, der sich auf Schweizer Sponsoren konzentriere und von kleinen Skiclubs und deren Mitgliedern lebe, sei dieser Entscheid «ein Ärgernis und völlig unverständlich». Natürlich geschehe dies täglich, sagt Gerteis. Von Swiss-Ski hätte er aber mehr Sensibilität erwartet.

«Swiss-Ski nur Gast im Heft»

«Swiss-Ski hat keinen Einfluss darauf, wo ‹Snowactive› gedruckt wird», sagt Lorenz Liechti, Leiter Kommunikation bei Swiss-Ski. Das Schneesportmagazin sei kein Verbandsmagazin, sondern nur Trägermedium für die Nachrichten von Swiss-Ski. «Wir sind jeweils mit 16 Seiten Gast im Heft», sagt Liechti. Dies geschehe zu einem fixen Preis. Swiss-Ski profitiere nicht von tieferen Druckkosten. «Die wirtschaftliche Verantwortung für die Publikation trägt Strike Media Schweiz AG.»

Wolfgang Burkhardt, Geschäftsführer dieser Firma in Schönenwerd, bestätigt Liechtis Darstellung, schränkt aber ein: «Die Auslagerung betrifft einzig ‹Snowactive›.» Alle anderen Publikationen «für mehrere Hunderttausend Franken jährlich» würden weiterhin in der Schweiz gedruckt, ebenso alle Drucksachen. Auch Redaktion und Layout des Magazins seien weiterhin in der Schweiz.

Vertrag läuft 2012 aus

Der wirtschaftliche Druck habe Strike Media zu Kostensenkungen gezwungen, erklärt Burkhardt: «Uns fehlen grosse Summen aus dem Anzeigenmarkt.» Von fünf Offerten seien vier aus der Schweiz gekommen, die fünfte von einer Firma aus Deutschland, die von sich aus auf Strike Media zugekommen sei. «Die deutsche Firma bot die beste Qualität zum günstigsten Preis.»

Der Vertrag zwischen Swiss-Ski und Strike Media läuft nächsten Sommer aus. «Wir sind unabhängig von der aktuellen Diskussion in einer Evaluationsphase und überlegen uns, wie es im nächsten Sommer weitergeht», sagt Lorenz Liechti von Swiss-Ski.

Berner Zeitung

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