Sawiris stoppt alle Neubauten in Ägypten

Seit die Islamisten am Nil an der Macht sind, fühlt sich die christliche Unternehmerfamilie Sawiris nicht mehr sicher. Samih Sawiris, Chef des Ressorts in Andermatt, schliesst eine Auswanderung nicht mehr aus.

«Bis auf weiteres kein neues Hotel, keinen neuen Amusementpark, nichts dergleichen»: Eine Familie geht über eine Brücke im Shearaton Miramar in El Gouna. (Archivbild Keystone)

«Bis auf weiteres kein neues Hotel, keinen neuen Amusementpark, nichts dergleichen»: Eine Familie geht über eine Brücke im Shearaton Miramar in El Gouna. (Archivbild Keystone)

In Andermatt gibt er Gas. Doch in seinem Heimatland Ägypten friert der ägyptische Investor Samih Sawiris alle Neubauprojekte ein. Laut der «Schweiz am Sonntag» ist das eine Reaktion auf die Ermittlungen der Regierung gegen seinen Vater und seinen Bruder wegen Steuerhinterziehung. «Wir führen im Moment nur das zu Ende, was wir angefangen haben», bestätigt Sawiris. «Aber wir starten keine neuen Projekte, es sei denn, es wolle jemand ein Haus kaufen.»

Betroffen sind unter anderem seine beiden grössten Ferienresorts in El Gouna am Roten Meer und Taba Heights auf der Halbinsel Sinai. Dort gebe es «bis auf weiteres kein neues Hotel, keinen neuen Amusementpark, nichts dergleichen», sagt Sawiris. «Das gilt nicht nur in El Gouna, sondern überall. Es wird im Moment nichts mehr investiert.»

Vorwurf Steuerhinterziehung

Nach der Machtübernahme der Islamisten hatte die neue Regierung Ägyptens Anfang März eine Ausreisesperre gegen das Familienoberhaupt Onsi Sawiris und seinen jüngsten Sohn Nassef verhängt. Sie wirft ihnen Steuerhinterziehung in der Höhe von rund 2 Milliarden Dollar vor.

Die beiden Angeschuldigten hatten sich aber rechtzeitig ins Ausland abgesetzt. Bei einer Rückkehr würden sie an der Grenze verhaftet. Samih Sawiris ist zwar von den Ermittlungen nicht persönlich betroffen, fürchtet aber trotzdem um seine Sicherheit als Geschäfts- und Privatmann.

Auswanderung nicht ausgeschlossen

Er sagt: «Ich fühle mich noch nicht sicher. Wir müssen die Geschichte mit meinem Bruder zu Ende führen, und wir müssen von der Regierung die Zusicherung bekommen, dass das jetzt definitiv erledigt ist.»

Sawiris, der bislang in Kairo wohnte, schliesst nicht einmal mehr aus, dass er Ägypten ebenfalls den Rücken kehrt. Auf die Frage, ob es für ihn denkbar sei, aus Ägypten auszuwandern, sagt er: «Das wäre traurig, aber man muss sich auf alles gefasst machen. Ich habe jetzt ein Haus in London gekauft. Das ist schon ein schlechtes Zeichen.»

rub

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt