Sawiris' Verkäufe in Andermatt sind rückläufig

Beim Tourismusresort des ägyptischen Unternehmers im Urserntal harzt es. Die Verantwortlichen verweisen auf die Unsicherheiten wegen der Zweitwohnungsinitiative.

Noch immer kein Renner bei Käufern: Das Tourismusressort in Andermatt nimmt mit dem Hotel Chedi (Bau im Vordergrund) langsam Gestalt an. (29. August 2012)

Noch immer kein Renner bei Käufern: Das Tourismusressort in Andermatt nimmt mit dem Hotel Chedi (Bau im Vordergrund) langsam Gestalt an. (29. August 2012)

(Bild: Keystone)

Der Bau- und Hotelkonzern Orascom des Ägypters Samih Sawiris hat heute die Halbjahreszahlen vorgelegt: Der Umsatz wurde zwar um 24,5 Prozent auf 132,9 Millionen Franken gesteigert, doch resultiert ein Verlust von 27,2 (Vorjahr: 13,7) Millionen Franken.

Auch beim Tourismusresort Andermatt UR harzt es. Die Verkaufszahlen sind rückläufig. Die Immobilienverkäufe belaufen sich gerade mal auf 123 Millionen, die Reservationen auf 45 Millionen Franken. Dazu beigetragen hätten Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Zweitwohnungs-Initiative sowie der Realisierung des Skigebietes Andermatt-Sedrun, so das Unternehmen.

«Licht am Ende des Tunnels»

Doch nun ortet Konzernchef Gerhard Niesslein «Licht am Ende des Tunnels». Inzwischen sei klar, dass das Resort Andermatt nicht unter die Zweitwohnungs-Initiative falle. Und nachdem in Andermatt die ersten Gebäude entstehen, werde das Projekt für Interessenten auch konkreter als auf Plänen und in Broschüren.

Zudem ist beim neuen Skigebiet Andermatt-Sedrun der schwedische Skigebietsbetreiber SkiStar an Bord - auch diese Neuigkeit wurde am Mittwoch bekanntgegeben. SkiStar hatte sich bei den komplizierten Verhandlungen um die Übernahme der Bergbahnen in Andermatt und Sedrun zurückgezogen.

130 Millionen müssen ins Skigebiet investiert werden

Damit verbunden waren Zweifel an der Realisierung des Skigebietes mit 130 Kilometern Pisten, in das 130 Millionen Franken investiert werden sollen. Für das Tourismusresort Andermatt aber ist ein attraktives Wintersportangebot lebenswichtig. Jetzt steht der Deal mit SkiStar. Deren technischer Direktor, Bo Halvardsson, wird die Andermatt Surselva Sport AG persönlich leiten.

Positiv am Halbjahresergebnis von Orascom wertete Niesslein an der Medienkonferenz vom Mittwoch in Altdorf UR insbesondere den operativen Cashflow von 24,0 Millionen Franken; im ersten Halbjahr 2011 lag er noch mit 44,5 Millionen Franken in der Verlustzone. Den Grund für den neuerlichen Nettoverlust sieht der Konzern des ägyptischen Investors Samih Sawiris in einer Kombination von Wertberichtigungen, einem tieferen Finanzertrag und höheren Steuern. Wegen Überkapazitäten im Baubereich sank überdies der Bruttogewinn von 16,3 Millionen Franken im ersten Halbjahr 2011 auf 12,0 Millionen Franken. Probleme bereitet Orascom immer noch der arabische Frühling. So führten etwa Probleme mit Beduinen auf der Sinai-Halbinsel zu einem Rückgang der Auslastung. Der Krieg in Syrien wirkte sich in Jordanien negativ aus.

Auch für Ägypten gibt sich Niesslein optimistisch. Die Präsidentenwahl sei gut verlaufen. Man spüre die Beruhigung auch an den Reservationen für die kommenden Festtage von Ende Jahr. Trotz weiterhin schwierigem Umfeld zeigt sich Orascom insgesamt zuversichtlich.

Wie an der Medienkonferenz zu erfahren war, stieg die Nachfrage in der Tourismusbranche im ersten Halbjahr 2012 wieder an, was sich auf den Umsatz der Gruppe auswirkte. Dieser stieg auf 132,9 (106,7) Millionen Franken. Beide Hauptsegmente konnten dabei zulegen.

sda

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