Raiffeisen schliesst bis zu 300 Filialen

Kurz nach der Verkündung eines Rekordgewinns wartet der neue Chef Patrik Gisel mit einer Hiobsbotschaft auf.

«Wir können nicht ignorieren, was in den digitalen Märkten passiert»: Patrik Gisel, der Ende letzten Jahres die Führung der Raiffeisen-Gruppe übernahm. (27. Februar 2015)

«Wir können nicht ignorieren, was in den digitalen Märkten passiert»: Patrik Gisel, der Ende letzten Jahres die Führung der Raiffeisen-Gruppe übernahm. (27. Februar 2015) Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone

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Die Raiffeisen Bankengruppe will 250 bis 300 Filialen dicht machen. «Wir werden bis in fünf Jahren unsere Standorte auf 700 bis 750 reduzieren», sagte der neue Chef Patrik Gisel heute an der Medienkonferenz. Raiffeisen betreibt heute rund 1000 Filialen.

Gisel begründete den Abbau mit dem technologischen Wandel. «Wir können nicht ignorieren, was in den digitalen Märkten passiert», sagte der Bankchef.

Rekordgewinn

Die Raiffeisen-Bankgruppe hat im vergangenen Geschäftsjahr den höchsten Gewinn ihrer Geschichte erwirtschaftet. Den letztjährigen Gewinn übertraf die Bankengruppe um satte 48 Millionen Franken. Dazu beigetragen hat auch ein Beteiligungsverkauf.

Unter dem Strich blieben 808 Millionen Franken, wie aus einer Mitteilung der Raiffeisen vom frühen Freitagmorgen hervorgeht. Das entspricht einer Steigerung um 6,4 Prozent zum Vorjahr. Wie schon damals blähte ein Beteiligungsverkauf den Gewinn leicht auf. In diesem Jahr war es die Veräusserung eines kleinen Teils der Anlageprodukte-Firma Leonteq-Beteiligung für 62 Millionen Franken.

Die Bank betonte allerdings, dass zum Ertragswachstum auch das Zins-, Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft sowie der Handelserfolg beigetragen hätten.

«Eher verhaltene» Zukunft

Weiter vermeldet Raiffeisen einen Sprung bei den Kundeneinlagen. Diese nahmen 6,2 Prozent zu und beliefen sich auf 8,7 Milliarden Franken. Raiffeisen verwaltete per Ende 2015 total 207 Milliarden Franken. Auch bei den Hypotheken wuchs Raiffeisen erneut (5,2 Prozent).

Der neue Raiffeisen-Chef Patrik Gisel – er übernahm Anfang Oktober für den langjährigen Chef Pierin Vincenz – spricht im Communiqué von einem «sehr erfolgreichen Jahr». Die Bank habe sich zu einem breit diversifizierten Finanzdienstleister entwickelt. Für die Zukunft sind die Erwartungen des Finanzinstituts allerdings «eher verhalten». (chk/sda)

Erstellt: 26.02.2016, 06:19 Uhr

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